Gestern, am Montag, den 11. August um 14 Uhr wurde im ehemaligen JUZ eine Begehung durch Vertreter der Stadt durchgeführt, um die Verkehrssicherheit des Gebäudes zu überprüfen. Zugegen war Michael Damian, Referent der Schuldezernentin Jutta Ebeling, zusammen mit einem Mitarbeiter und drei Gutachtern des Hochbauamtes. Die Initiative »Faites votre jeu!« wurde durch eine Vertreterin des Projekts und eine Anwältin repräsentiert.

Bei der Verkehrssicherheitsprüfung musste die Stadt der Initiative zugestehen, dass die bereits in der letzten Woche durchgeführten Reparaturen und die vorgenommen Brandschutzmaßnahmen verantwortungsbewusst durchgeführt worden waren und nur noch einige, eher geringfügige Mängel zu beheben sind.

Im folgenden Gespräch wurde der Initiative „Faites votre jeu!“ weitere Verhandlungen zugesichert und wieder eine eventuelle Duldung in Aussicht gestellt. Eine Räumung steht laut Michael Damian im Moment nicht zur Debatte. Dazu Michael Walter, Sprecher der Initiative: »Natürlich freuen wir uns über die positive Resonanz von Seiten der Stadt. Allerdings sind jede Art von Gesprächen immer noch durch die weiterhin bestehende Strafanzeige belastet. Ernsthafte Verhandlungen sind nur dann machbar, wenn die Kriminalisierung eines legitimen und notwendigen Projektes, das so viel positive Rückmeldung erfährt, beendet wird.«

Ebenfalls gestern eröffnete die erste Ausstellung in den Räumlichkeiten des ehemaligen JUZ, die an diesen Tag bereits von über 50 Menschen besucht wurde. Ausgestellt werden noch bis zum 31. August Fotografien von politischen Graffitis aus Lateinamerika, die der Film- und Fotojournalist Jaška Klocke auf mehreren Reisen aufgenommen hat.

Jutta Ebeling, Bürgermeisterin und Schuldezernentin, der durch die Initiative »Faites votre jeu!« Kommunikationsbereitschaft signalisiert wurde, indem man sie zur Ausstellungseröffnung eingeladen hatte, konnte an dieser aus leider terminlichen Gründen nicht teilhaben. »Wir hoffen, das Frau Ebeling in den nächsten Tagen Zeit findet, unsere erste Ausstellung zu besuchen und sich von der Legitimität und der dringenden Notwendigkeit unseres Projektes überzeugen lässt.«, sagte dazu Miriam Kellert, eine Sprecherin von »Faites votre jeu!«.

Am Abend besuchten Vertreter_innen der Initiative den Ortsbeirat 2 um dort Unterstützung für die Wiedereröffnung des ehemaligen JUZ zu erhalten und stießen auch dort auf durchweg positive Resonanz. Dazu Miriam Kellert: »Wir erhoffen uns nun auch von dieser Seite Solidarität und Unterstützung, wie sie uns auch schon von zahlreichen Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen zuteil wurde. Das große Spektrum an Unterstützer _innen, die an der selbstverwalteten Gestaltung des Hauses teilhaben, bestärken uns in unserem Willen, dieses Haus auch langfristig nutzen zu wollen.«


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