Bildungsdezernat bietet Ersatzobjekt an – Initiative diskutiert weiteres Vorgehen

Gestern, am 27. Januar, hat die Grüne Bildungsdezernetin Jutta Ebeling und das Dezernat für Bildung und Frauen der Initiative »Faites votre jeu!« ein Ersatzobjekt im ehemaligen Gefängnis »Klapperfeld« angeboten. Um den öffentlichen Druck auf das selbstverwaltete Kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstraße zu erhöhen, wurden schon am Mittag Pressevertreter_innen der regionalen Medien durch das mögliche Ersatzobjekt geführt.

Nora Wildner, Sprecherin der Initiative, nahm dennoch positiv zur Kenntnis, dass Ebeling – nach nunmehr einem halben Jahr – endlich bereit dazu ist, sich persönlich mit Vertreter_innen der Initiative zu treffen: »Wohl auf Grund des öffentlichen Drucks und der breiten Solidarität signalisiert Frau Ebeling, nicht zuletzt auch wegen des Engagargement von Micha Brumlik, endlich ernsthafte Gesprächgsbereitschaft gegenüber unserer Initiative.«

Trotzdem machte Matthias Schneider deutlich: »Ohne dass mehr Menschen das angebotene Ersatzobjekt besichtigt haben, kann keine Entscheidung darüber getroffen werden, wie wir uns den Fortbestand unseres Zentrums vorstellen. Deshalb nehmen wir das Angebot des Bildungsdezernats einer öffentlichen Begehung des Gebäudes an.«

Nora Wildner ergänzte: »Auch wenn Frau Ebeling endlich die berechtigten Interessen der Initiative anerkennt, so steht einer gütlichen Einigung immer noch die nicht zurückgenommene Strafanzeige gegen die Nutzer_innen des Gebäudes in der Varrentrappstraße 38 entgegen.«

Nachdem die zuvor geführen Verhandlungen mit der Stadt bereichtigte Zweifel daran gelassen haben, wie eine langfristige Lösung für die Inititative »Faites votre jeu« aussehen könnte, erklärte Matthias Schneider abschließend: »Ohne die detailierte Klärung der Konditionen eines etwaigen Ersatzobjekts sehen wir uns zur Zeit nicht in der Lage, eine kurzfristige Entscheidung über die Zukunft unseres selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrums zu treffen.«


Pressemitteilung als PDF: download

Stadt Frankfurt macht Werbung für »Faites votre jeu!«

Veranstaltungsort »Faites votre jeu!«

Nachdem erst das Journal Frankfurt unsere aktuelle Ausstellung »The Real Estate Show« in die Top 3 der neuen Ausstellungen aufgenommen hat, unterstützt noch auch die Stadt Frankfurt ganz offiziell das selbstverwaltete Kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstraße 38.

Ausstellung »The Real Estate Show«

Und hier gehts direkt auf die Seite der Stadt Frankfurt: www.frankfurt.de

Erfolgreiche Demonstration trotz anhaltender polizeilicher Repression / Jutta Ebeling nun doch gesprächsbereit

Heute am 19. Januar fand in Frankfurt eine Demonstration für Freiräume und den Erhalt des selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrums in der Varrentrappstraße 38 statt. Unter dem Motto »Wir sind gekommen um zu bleiben!« zogen fast 500 Menschen vom Römer durch die Innenstadt nach Bockenheim. Mit Transparenten, Flugblättern und Kundgebungen am Römer, der Hauptwache und an der Bockenheimer Warte wurde das Anliegen einer langfristigen Nutzung des seit August besetzten Hauses bekräftigt. Auch das schlechte Wetter tat der Stimmung dabei keinen Abbruch.

Nora Wildner, Sprecherin der Initiative »Faites votre jeu!« dazu: »Die immer noch aufrechterhaltene Strafanzeige gegen unsere Initiative, das Auslaufen der Duldung am 15. Januar, die wochenlange Verweigerung Jutta Ebelings auf unsere Gesprächsangebote einzugehen und die Androhung einer Räumung unterstreichen die Notwendigkeit der Demonstration. Die seit einem halben Jahr andauernde Kriminalisierung steigerte sich noch durch den gestrigen Einsatz der Frankfurter Polizei, die sich den ganzen Sonntag mit einer Hundertschaft in direkter Umgebung unseres Zentrums postiert hatte. Dies gipfelte heute darin, dass diese unsere friedliche Demonstration mit mehreren Hundertschaften begleitete.«

Martin Stiehl, Mitglied des AStA der HfG Offenbach und Anmelder der Demonstration zeigte sich empört: »Das massive Abfilmen unserer Demonstration und die Seitenbegleitung der friedlichen Teilnehmer_innen durch mehrere bewaffnete Hundertschaften von Beginn an, diskreditierte uns und unser Anliegen und diente offenbar dazu uns einzuschüchtern. Trotzdem ließen sich die Teilnehmer_innen weder einschüchtern noch provozieren.«

Die Demonstration verlief seitens der Teilnehmer_innen friedlich und trotz aller Widrigkeiten wurde der Forderung nach dem Erhalt des selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrums in der Varrentrappstraße noch einmal Nachdruck verliehen.

Der Tag war aus Sicht der Initiative wohl nicht nur aufgrund der erfolgreichen Demonstration positiv zu bewerten. Nachdem Jutta Ebeling wochenlang nicht zu einem Gespräch bereit gewesen war, willigte sie heute endlich ein, sich mit Vertreter_innen der Initiative zu treffen. Matthias Schneider, Sprecher der Initiative: »Ihre plötzliche Gesprächsbereitschaft ist wohl auch auf das anhaltende öffentliche Interesse und die breite Solidarität mit unserem Projekt zurückzuführen. Wir begrüßen ihre Einsicht und hoffen, dass sie auch ein ernsthaftes Interesse am dauerhaften Fortbestand unseres Zentrums hat.«


Pressemitteilung als PDF: download

Solidemo für das Projekt »Faites votre jeu!« am Montag, den 19. Januar 2009, 18 Uhr Römerberg Ffm

Gekommen um zu bleiben!

Solidemo für das Projekt »Faites votre jeu!« – Gegen die Räumung des selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrums in der Varrentrappstraße 38

Kulturell, künstlerisch und politisch aktiven jungen Menschen steht in Frankfurt ein extremer Mangel an finanzierbaren und selbstbestimmten Ateliers, Werkstätten und andere Produktions- und Veranstaltungsrä umen gegenüber. Entsprechende Entfaltungsmö glichkeiten werden systematisch eingeschränkt, verunmöglicht und durch kommerzialisierte und privatisierte Strukturen ersetzt.

Als Reaktion auf diese voranschreitende, repressive Umstrukturierung des städtischen Raumes wurde das seit 7 Jahren leerstehende ehemalige JUZ Bockenheim im Sommer diesen Jahres durch die Initiative FAITES VOTRE JEU! wiederbesetzt und als unkommerzielles, selbstverwaltetes Kunst- und Kulturzentrum allen Interessierten zugänglich gemacht. Ziel ist es Brüche in der gesellschaftlichen Totalität aufzuzeigen und Möglichkeiten jenseits der vorherrschenden Sachzwanglogik zu schaffen.

Seit der Besetzung am 2. August 2008 haben im Kunst- und Kulturzentrum FAITES VOTRE JEU! zahlreiche Filmabende, Konzerte, Lesungen und Workshops, stattgefunden sowie bereits 7 Ausstellungen, an der rund 50 internationale Künstler_innen mit Malerei, Skulptur, Fotografie, Zeichnung, Konzept- und Medieninstallationen beteiligt waren. Dies und die große Zahl an Unterstützer_ innen sind sichtbarer Beleg für die Notwendigkeit des Projekts.

Die Stadt Frankfurt, die sich gerne öffentlich als Kunst- und Kulturmetropole präsentiert, sollte diese Eigeninitiative begrüßen und den kulturellen Wert des Projektes anerkennen, anstatt es mit einer Strafanzeige zu kriminalisieren und mit polizeilicher Räumung zu bedrohen.

Die bisherige Duldung des Projektes durch das Schuldezernat lief am 15. Januar aus und Dezernentin Jutta Ebeling fordert in der Presse die baldige Räumung. Das Projekt ist damit akut in seiner Existenz bedroht!

Gegen die Räumung des selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrums in der Varrentrappstraße 38!
Freiräume erhalten – Räumung verhindern!

Unterstützt durch den AStA der HfG Offenbach

Großes Polizeiaufgebot bedroht selbstverwaltetes Kunst- und Kulturzentrum – Demonstration am 19. Januar – Jutta Ebeling bis heute nicht gesprächsbereit

Am 18. Januar postierten sich mehrere Einsatzwagen der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) und Zivilstreifen der Frankfurter Polizei vor dem selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstraße 38. Darauf hin sammelten sich zahlreiche Nutzer_innen und Unterstützer_innen und gingen gemeinsam in das Gebäude. Iinnerhalb kürzester Zeit füllte sich das Haus mit Menschen aus Frankfurt und dem Umland, darunter auch diverse Pressevertreter_innen. Mit der Zahl der Unterstützer_innen stieg auch die Zahl der Einsatzkräfte der Polizei in der direkten Umgebung auf etwa eine Hundertschaft an.

Vertreter_innen der Initiative »Faites votre jeu!« suchten das Gespräch mit der Polizei. Der Einsatzleiter der BFE, der sich mit dem Namen Krüger vorstellte, sicherte auf Nachfrage zu, die Einsatzkräfte seien nicht zum Zwecke der Räumung gekommen. Er behauptete, dass zumindest heute keine Räumung geplant sei. Den tatsächlichen Grund des Aufgebots wollte er allerdings nicht angeben. Matthias Schneider, Sprecher der Initiative sagte dazu: »Das heutige Auftreten der Frankfurter Polizei zeigt einmal mehr, wie mit unserer Initiative und dem selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrum umgegangen wird. Es kann nicht sein, dass die grüne Bildungsdezernentin Jutta Ebeling nicht auf unsere Gesprächsangebote eingeht und wir stattdessen von einer Hundertschaft bewaffneter Polizist_innen bedroht werden.«
Dieses Szenario erweckt den Eindruck, dass eine gewaltsame Räumung des ehemaligen JUZ vorbereitet wird. Dazu Matthias Schneider weiter: »Der heutige Auftritt der Polizei stellt eine klare Provokation dar. Scheinbar wollte man so herausfinden, wie groß unser Mobilisierungspotential für den Fall einer Räumung ist. Klar wurde aber auch, wie groß die Solidarität mit unserem Projekt ist.«

Nach dieser Zuspitzung seitens der Polizei und der Stadt weist die Initiative noch einmal auf die Notwendigkeit der Demonstration am 19. Januar hin. Diese startet um 18.00 Uhr auf dem Römerberg in Frankfurt. Dazu Nora Wildner, Sprecherin der Initiatve: »Wir wollen mit einer lautstarken und friedlichen Demonstration über unser Anliegen informieren. Allerdings haben wir nach dem heutigen Tag berechtigte Zweifel daran, dass auch Stadt und Polizei auf Gewalt verzichten wollen. Wir hoffen inständig darauf, dass man uns ernst nimmt. Provokationen wie heute sind absolut inakzeptabel, diskreditieren unser Anliegen und machen eine Demonstration für Freiräume unmöglich.«

Auch wenn das Bildungsdezernat zur Zeit keine Gesprächsbereitschaft signalisiert, machte Nora Wildner deutlich: »Wir sind jederzeit dazu bereit mit Jutta Ebeling über die Möglichkeiten des Fortbestands unseres selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrums zu sprechen. Statt uns mangelnde Kommunikationsbereitschaft vorzuwerfen, liegt es nun an ihr, endlich auf unsere Gesprächsangebote einzugehen.«


Pressemitteilung als PDF: download

geht weiter // Jutta Ebeling droht mit Räumung // Initiative weiterhin Gesprächsbereit // Demonstration am 19. Januar

Heute, am 15. Januar läuft die vom Bildungsdezernat eingeräumte Duldung für das von der Initiative »Faites votre jeu!« besetzte Haus in der Varrentrappstraße 38 aus. In dem Gebäude – dessen Verfall das Dezernat zumindest billigend in Kauf genommen hatte – betreibt die Initiative seitdem 2. August 2008 ein selbstverwaltetes Kunst- und Kulturzentrum. Doch die Initiative zeigt sich noch gelassen und bietet ihr Programm weiterhin an. Dazu Nora Wildner, eine Sprecherin der Initiative: »Seit dem Sommer haben wir das Gebäude in Eigenleistung in Stand gesetzt und bieten dort seitdem ein vielseitiges Programm, das mittlerweile bis in den März hineinreicht. Dass wir dies nicht einfach aufgeben, muss klar sein. Ab 15. Januar finden bei uns, wie geplant, die Workshops und Vorträge der Veranstaltungsreihe »Faites votre éducation!« statt.«

Die Grüne Bildungsdezernentin Jutta Ebeling ließ heute verlautbaren, dass sie vorhabe die Besetzung in den nächsten Tagen zu beenden. Mehreren Einladungen der Initiative sich selbst ein Bild von dem selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrum zu machen, war sie bisher nicht nachgekommen. Auch ein persönliches Gespräch hatte Sie bis heute verweigert. Dazu Matthias Schneider, Sprecher der Initiative: »Wir haben uns, im Gegensatz zu Jutta Ebeling immer Gesprächsbereit gezeigt. Ein für diesen Mittwoch vereinbartes Gespräch war nur deshalb nicht zu Stande gekommen, weil Frau Ebeling auch nach einem halben Jahr nicht dazu bereit ist, mit uns zu sprechen. Uns seitens des Schulamts mangelnde Gesprächsbereitschaft vorzuwerfen, ist entspricht eindeutig nicht den Tatsachen.«

Zu den angeblichen Ersatzobjekten, von denen die Initiative ebenfalls nur aus der Presse erfahren hatte, sagte Nora Wildner: »Da bisher absolut unklar ist, worum es sich dabei handelt und Rüdiger Niemann, ein Mitarbeiter aus dem Bildungsdezernat, auch auf persönliche Nachfrage nicht bereit war, näheres mitzuteilen, haben wir nach den letzten Angeboten berechtigte Zweifel, an deren Eignung. Außerdem bedauern wir, dass unsere Vorschläge nach Ersatzobjekte für die Administration der Schule zu suchen, bisher ignoriert wurden.«

Zu Jutta Ebelings Drohung, eine Räumung anzuordnen, sagte Matthias Schneider: »Wir haben, wie hoffentlich auch das Bildungsdezernat, ein Interesse an einer friedlichen Lösung und sind immer noch gerne bereit, ein Gespräch mit Frau Ebeling zu führen. Allerdings bekommen wir langsam das Gefühl, dass bei Frau Ebeling – die sich ja selbst gerne in der Tradition der Achtundsechziger-Generation sieht – gar kein Interesse an einer friedlichen Lösung besteht. Ihr muss an dieser Stelle klar sein, dass sie die volle Verantwortung für die Folgen einer gewaltsamen, polizeilichen Räumung übernehmen müsste.«

Für den kommenden Montag den 19. Januar kündigte Martin Stiehl, AStA-Mitglied der HfG Offenbach, eine Solidariäts-Demonstration unter dem Motto »Wir sind gekommen um zu bleiben« an: »Mit einer kraftvollen, lautstarken Demonstration wollen wir dem berechtigten Anliegen, das Gebäude auch langfristig nutzen zu können, Nachdruck verleihen. Frau Ebeling sollte eine solche Initiative mit Respekt begrüßen und nicht mit Räumung und Polizeigewalt bedrohen. Eine Stadt wie Frankfurt, die sich selbst als vielseitig und weltoffen sieht, müsste sich eigentlich über junge Menschen freuen, die selbstständig Kunst- und Kulturveranstaltungen organisieren.« Die Demonstration beginnt am 19. Januar um 18 Uhr auf dem Römerberg.


Pressemitteilung als PDF: download

Grüne Unterstützung für ›Faites votre jeu!‹

Ein satirischer Beitrag der Gruppe ›JETZT ABER JUZ!‹

der Mittlerweile geht die Unterstützung der Initiative ›Faites votre jeu!‹, die seit dem 2. August 2008 ein selbstverwaltetes Kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstraße 38 betreibt, bis weit in die Grüne Partei hinein. So hatten Anfang der Woche Grüne WahlhelferInnen über hundert Plakate ihrer Partei im Frankfurter Nordend, dem Wohnbezirk der Grünen Bildungsdezernentin Jutta Ebeling (auch Schirmherrin der Initiative ›JETZT ABER JUZ!‹), kreativ ergänzt. Dazu Daniel Cohn-Bendit, ein Sprecher von ›JETZT ABER JUZ!‹ und alter Freizeitrevolutionär: »Wir sind überglücklich, das neben unserer Schirmherrin Jutta Ebeling nun auch weite Teile der Grünen Partei von der Notwendigkeit eines selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstraße überzeugt sind.« Etwas selbstverliebt setzte der ehemalige Straßenkämpfer hinzu: »Dies ist wohl auch auf meinen, äh, unseren unermüdlichen Kampf für die Initiative ›Faites votre jeu!‹ zurückzuführen.«

So wurde die gelbe Fläche, die vorher dazu aufgerufen hatte auch mit der Zweitstimme ›Grün‹ zu wählen (übrigens auch ein berechtigtes Anliegen, welches wohl im Gegensatz zum Erhalt der Varrentrappstraße nicht in Erfüllung gehen wird), mit den folgenden Slogans überklebt:

  • ›FAITES VOTRE JEU!‹ BLEIBT! KEINE RÄUMUNG DES JUZ!
  • FÜR DIE DAUERHAFTE NUTZUNG DES ALTEN JUZ!
  • GEGEN DIE RÄUMUNG DER VARRENTRAPPSTRASSE 38!
  • FÜR SELBSTVERWALTUNG – FREIRÄUME ERHALTEN!
  • JUTTA EBELING STOPPEN: FREIRÄUME ERHALTEN!

Allerdings zeigte sich unser Sprecher, liebevoll Danny genannt, entsetzt darüber, das wohl reaktionäre Kräfte in den eigenen Reihen binnen kurzer Zeit einen Großteil der Ergänzungen wieder entfernt hatten: »Die Zeiten in denen Menschen aus den eigenen Reihen ungestraft unsere Arbeit sabotieren konnten sind – gottlob – vorbei.« Den Schuldigen hatte schnell gefunden: »Wahrscheilich ist Michi Herl wieder betrunken aus seinem Stalburgtheater gewangt, und hat aus Trotz, dass unsere hochverehrte Schirmherrin Jutta die letzte Wahlveranstaltung nicht bei ihm durchgeführt hat, die Plakate zerstört.«

Unsere Schirmherrin ergänzte: »Sollte sich Dannys Verdacht bestätigen und Michi dafür verantwortlich sein, so werden wir natürlich sofort ein Parteiausschluss-Verfahren gegen Ihn anstreben.« Den Unentschlossenen in den eigenen Reihen legte Sie nah: »Kämpf endlich mit uns und sorgt dafür, das auch junge Menschen einmal erleben dürfen, was für uns ´68 selbstverständlich war. Es gibt keine Alternative zum selbstverwalteten kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstaße!«


Quelle: jetztaberjuz.blogsport.de

Soligruppe »JETZT ABER JUZ!«

Heute haben wir eine E-Mail von der Soligruppe JETZT ABER JUZ! bekommen, die aus Solidarität mit der Initiative »Faites votre jeu!« einen satirischen Beitrag produziert hat. Damit protestiert die Gruppe gegen eine eventuelle Räumung und fordert eine langfristige Duldung für das selbstverwaltete Kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstraße 38!

Wir sagen danke!

Hier der Beitrag:

Die Website der Soligruppe JETZT ABER JUZ! findet Ihr unter: jetztaberjuz.blogsport.de

Neues Video: ’68 – Gib mir das Gefühl zurück!

Hier ein weiterer Beitrag unseres Medienprojekts »Faites votre media!«: Die Aufnahmen stammen von einer Gesprächsrunde im historischen Museum in Frankfurt vom 23. August 2008 zum Thema »’68 – Gib mir das Gefühl zurück!«. Unter anderem mit Jutta Ebeling, die im Zweifel eine gewaltsame polizeiliche Räumung des selbstverwalteten Kunst- und Kunstzentrums in der Varrentrappstraße zu verantworten hätte. Bedarf eigentlich keiner weiteren Kommentierung!

Pressemitteilung der Initiative »Faites votre jeu!« und der Stadtteilinitiative Zukunft Bockenheim: Kreativität statt Leerstand / Infostand in Bockenheim

Große Resonanz bei Infostand in Bockenheim

Unter dem Motto »Kreativität statt Leerstand« gab es am Samstag den 10. Januar einen gemeinsamen Infostand der Initiative »Faites votre jeu!« und der Stadtteilinitiative Zukunft Bockenheim. Beide Initiativen kritisieren den Leerstand von Gebäuden in Frankfurt und insbesondere in Bockenheim. Mit der Darstellung ihrer Anliegen stießen sie dabei auf großes Interesse und Zustimmung der Bockenheimer_innen.

Die Initiative »Faites votre jeu!« informierte mit einer kleinen Ausstellung und Informationsmaterial über ihr Projekt. Am 2. August hatte sie das seit sieben Jahren leerstehende und dem Verfall überlassene Haus in der Varrentrappstraße 38 besetzt und dort ein selbstverwaltetes, unkommerzielles Kunst- und Kulturzentrum eingerichtet. Inzwischen wurde die Initiative allerdings von der zuständigen grünen Bildungsdezernentin Jutta Ebeling dazu aufgefordert, das Haus bis zum 15. Januar zu verlassen.

Nora Wildner, Sprecherin der Initiative: »Es liegt in der Verantwortung der Stadt, dass so ein tolles Gebäude so lange leer stand und verfiel. Das Haus wurde inzwischen von zahlreichen Helfer_innen instand gesetzt und wird vielseitig genutzt. Die Begeisterung, die uns hier heute entgegengebracht wurde, bestärkt uns noch einmal in unserem Entschluss, das Haus nicht zu verlassen und das Zentrum in der Varrentrappstraße weiter zu betreiben.«

Es wurden mehrere hundert Postkarten verteilt, die unterschrieben an die Stadtverordnetenversammlung gesandt werden sollen. Die Unterzeichner_innen fordern damit den Erhalt des Projekts in der Varrentrappstraße. Knapp hundert Karten wurden sofort am Stand unterzeichnet. Weitere wurden zudem in verschiedenen Geschäften in Bockenheim ausgelegt.

Dass die Initiative ihre Räume verlassen soll, wird mit dem Raumbedarf der angrenzenden Schule für Bekleidung und Mode begründet. Allerdings besteht dieser schon seit Jahren und die Stadt hat es versäumt das Gebäude für die Schule nutzbar zu machen, stattdessen hat sie es verfallen lassen. Anette Mönich von der Initiative Zukunft Bockenheim betonte noch einmal, dass es bei über 10 Prozent Leerstand von gewerblichen Räumen möglich sein müsste, adäquate Räumlichkeiten für die Verwaltung der Schule zu finden: »Die Initiative »Faites votre jeu!« sollte auf jeden Fall in der Varrentrappstraße bleiben, das Gebäude eignet sich hervorragend für deren Projekte. Räumlichkeiten für die Verwaltung der Schule sind mit Sicherheit in der Nähe zu finden.«

Leerstand und seine Folgen, sind in Bockenheim durchaus bekannt

Die offensichtlichen Folgen des Leerstands spüren die Bockenheimer Anwohner_innen und Besucher_innen nun schon seit über 8 Jahren. Der ehemalige Kaufhof auf der Leipziger Straße, der seit 7 Jahren Baustelle ist, ist zu einem Symbol von negativer Veränderung einer lebendigen Straße geworden. Die Initiative Zukunft Bockenheim wendet sich deshalb jetzt erneut an die OB und die Stadtverordneten. Jutta Schaaf erläuterte: »Falls es nicht gelingen sollte, die Immobilie Kaufhof durch den Eigentümer einer sinnvollen Bewirtschaftung zuzuführen, sollte die Stadt bei einem Gebäude mit so zentraler Bedeutung selbst die Initiative ergreifen. Beispielsweise könnte mit Hilfe der Wirtschaftsförderung der Stadt Frankfurt, in Kooperation mit dem Besitzer durch Einbeziehung des Einzelhandelsverbands und der Organe im Stadtteil eine sinnvolle Bewirtschaftung des Objekts ermöglicht werden.«

Bockenheim braucht neue Konzepte für die Stadtteilentwicklung

Ein weiteres großes Thema ist die Sorge um den Stadtteil, wenn in wenigen Jahren die Goethe-Universität an den neuen Campus umgezogen ist. Anette Mönich sagte dazu: »Die Bewohner_innen sind besorgt, wie sich der Stadtteil entwickelt, wenn die Uni weg ist. Es besteht die Gefahr, dass Bockenheim viel von seiner Lebhaftigkeit einbüßt. Das Kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstraße 38 ist ein Projekt, das man daher nur begrüßen kann. Bockenheim braucht junge kreative Menschen und keinen Stillstand und Leerstand.«

Dabei beruft sich sie Initiative auf die Erfahrung vieler Städte, in denen sich die Anwesenheit und Arbeit von Kreativen sowie deren Förderung sehr vorteilhaft auf die Entwicklung von Stadtteilen ausgewirkt hat. »Kreativität lässt sich aber nicht verordnen, wenn sie da ist, sollte sie begrüßt und gefördert werden. Das sollte die Maxime einer modernen Stadtentwicklung sein. Jetzt hat die Stadt Frankfurt Gelegenheit mit dem Schwung der jungen Kreativen hier Grundlagen für die Etablierung einer jungen Kunstszene in Bockenheim zu legen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine auch wirtschaftlich sinnvolle Entwicklung des Quartiers Bockenheim«, merkte Jutta Schaaf an.

Anhang:


Pressemitteilung als PDF: download

Öffnungszeiten der Ausstellung »The Real Estate Show«

Free Class FFM präsentiert: The Real Estate Show in Solidarität mit Faites votre jeu!

Ausstellungszeitraum:
10.01.2009 bis 31.01.2009
Dienstags 19:00 bis 22:00
Mittwochs 19:00 bis 22:00
Samstags 17:00 bis 21:00
sowie nach Absprache mit dem Infotelefon 0160-95656439

Link zur Presseerklärung der Free Class FFM

Ausstellungseröffnung »The Real Estate Show« // Vorwürfe des Bildungsdezernats // Gesprächsangebot an Jutta Ebeling und das Bildungsdezernat

Heute, am 9. Januar 2009 um 19 Uhr eröffenete die Free Class FFM in dem von der Initiative »Faites votre jeu!« betriebenen, selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrum in der Varrentrappstraße 38, ihre Ausstellung »The Real Estate Show«. Gefördert von Städelschule Portikus e.V. zeigt der Zusammenschluss von Studierenden der HfBK Städelschule und der HfG Offenbach noch bis zum 31. Januar ihre Exponate, die in direktem Bezug zu dem besetzten Raum stehen, in dem sie ausgestellt sind.

Die Ausstellung stieß bei den Gästen auf großen Zuspruch und übertraf mit über hundert Gästen alle Erwartungen. Dazu Martin Stiehl, StuPa- und AStA-Mitglied der HfG Offenbach und einer der ausstellenden Künstler_innen: »Ich bin begeistert, was hier in nur einem halben Jahr geschaffen wurde. Auch die Stadt und das Bildungsdezernat müssen endlich einsehen, das dieses Projekt gerade für junge Künstler_innen eine einmalige Chance bietet und es aus dem Frankfurter Kunstbetrieb nicht mehr wegzudenken ist.«

Dazu ergänzte Jeronimo Voss, Student der HfBK Städelschule, der mit einer Projektion von Fotos aus dem Innenraum des Hauses auf die gegenüberliegende Hauswand den öffentlichen Charakter des Hausprojekts verdeutlicht: »Wenn sich die Stadt als Kunst- und Kulturmetropole ernst nehmen, sollte sofort eine langfristige Duldung einräumen und den Nutzer_innen nicht mit gewaltsamer polizeilicher Räumung drohen.«

Nora Wildner, Sprecherin der Initiative nahm bei dieser Gelegenheit Stellung zu den Vorwürfen, die ein Vertreter der Grünen Bildungsdezernentin Jutta Ebeling gegenüber der FAZ geäußert hatte und darin der Initiative mangelnde Gesprächsbereitschaft vorwarf: »Hier zeigt sich deutlich, was im Bildungsdezernat seit unserer Besetzung praktiziert wird: In der Öffentlichkeit gibt man sich kooperativ und wirft uns mangelnde Kommunikationsbereitschaft vor. Allerdings verkehrt dies absolut die Tatsachen: Jutta Ebeling war zum wiederholten Male von uns persönlich dazu eingeladen worden einer Ausstellungseröffnung beizuwohnen und schon Anfang August war ihr angeboten worden, sich selbst ein Bild von unserem Projekt zu machen. Ein von ihrem Referenten Michael Damian zugesagtes Treffen mit ihr war nie zustande gekommen.«

Des weiteren äußerte sich Matthias Schneider, Sprecher der Initiative, zu der Behauptung die Stadt sei weiterhin auf der Suche nach Ersatzobjekten für die Initiative: »Auch davon erfuhren wir – wie so oft – erst aus der Zeitung. Nachdem Jutta Ebeling in Ihrem Brief vom 23. Dezember 2008 behauptet hatte, das angebotene Gebäude in der Lorscher Straße am Rande von Rödelheim wäre für uns geeignet gewesen, haben wir berechtigte Zweifel an der Eignung der angeblichen neuen Ersatzobjekte.« Obwohl sowohl die Lage als auch die räumliche Situation eines Wohnhauses öffentliche Veranstaltungen unmöglich machen würden, hatte Sie das Haus mit der Begründung, es habe einen großen Garten, für geeignet erklärt.

»Man muss bedenken, dass unser Zentrum mittlerweile stark im Stadtteil verankert ist. Außerdem haben wir das denkmalgeschützte Gebäude – für dessen Erhalt die Stadt mindestens sieben Jahren nichts getan hat – immer weiter renoviert, besonders nachdem die Verhandlungen über Ersatzobjekte zuletzt gescheitert waren«, ergänzte Nora Wildner.

Trotzdem zeigte sich Matthias Schneider versöhnlich: »Wir haben dem Bildungsdezernat heute sowohl per Mail als auch telefonisch übermittelt, das wir für ein Treffen am Mittwoch, den 14. Januar grundsätzlich bereit wären. Allerdings macht dieses Treffen aus unserer Sicht nur dann Sinn, wenn auch Jutta Ebeling, die letztendlich alle uns betreffenden Entscheidungen zu fällen und zu verantworten hat, daran teilnimmt. Jetzt ist es an Jutta Ebeling und dem Bildungsdezernat zu zeigen, wie ernst ihnen ihr Gesprächsangebot ist.«

Dem Wunsch des Bildungsdezernats, die Initiative möge das Gebäude bis zum 15. Januar verlassen, erteilte er aber eine klare Absage: »Wir haben nie gesagt, das wir das Haus am 15. Januar einfach verlassen werden und das Anliegen unserer Initiative, selbstverwaltete Räume für Menschen zu schaffen, in denen diese künstlerisch, kulturell und polititsch aktiv sein können, geben wir bestimmt nicht einfach auf. Außerdem geht unser Programm mittlerweile bis weit in den Februar hinein und die Pläne reichen noch viel weiter.«

Kurzdarstellung »The Real Estate Show«

Taslima Ahmed
»Alptraum«
, eine Collage die die gegenwärtige Krise im Kapitalmarkt kommentiert.

Timothey Furey
Sein Interview zum Thema »Selbstorganisation« mit Ian MacKaye von Discord Records, Frontmann von Bands wie Fugazi und Minor Threat als unfertiges Fragment einer Recherche des Künstlers.

Martin Kirchners
Video-Essay »the utility of need« thematisiert die Immobilienkrise in den USA und die damit zusammenhängende Obdachlosigkeit, sowie die Perspektive von Hausbestzungen in diesem Kontext.

Dan Starling
»posters«
, doppelbelichtete Foto-Prints in denen Straßenbaustellen in Frankfurt am Main mit Flyern aktueller »politischer Baustellen« überlagert werden.

Martin Stiehl
»untitled«
, eine Video-Montage die selbstkritisch die affirmative Intgregation künstlerischer Aneignungsstrategien thematisiert.

Jackie Tarquinio
»untitled«
, sie kaufte knapp 4050 Quadratmeter auf dem Mond für die Initiative Faites votre jeu!

Jeronimo Voss
»untitled«
, Fotos aus dem Innenraum des selbstverwalteten Kunst- und Kulturzentrums der Initiative »Faites votre jeu!«, projeziert auf die Fassade des Nachbarhauses, verdeutlicht die öffentliche Relevanz des Projekts.

Anhang:


Pressemitteilung als PDF: download