Pressemitteilung, 30.07.2025: Initiative »Faites votre jeu!« feiert 17. Geburtstag – Sommerfest am 2. August ab 15 Uhr im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Am kommenden Samstag, den 2. August, lädt die Initiative »Faites votre jeu!« anlässlich ihres 17. Geburtstags Freundinnen, Unterstützerinnen und alle Interessierten zum Sommerfest ins ehemalige Polizei- und ­Abschiebegefängnis ­Klapperfeld ein. Das Sommerfest beginnt um 15 Uhr und bietet ein vielfältiges musikalisches Programm sowie Infostände verschiedener Gruppen und Initiativen. ­Kulinarisch ­können sich die Besucher*innen auf leckeres vegetarisches und veganes Essen sowie gute Drinks freuen. Im Rahmen des Sommerfests wird im 1. Stock des Klapperfelds außerdem die Sonderausstellung »­Military ­Imaginaries« der Künstlerin und Forscherin Alexandra Marie-Sofia Martin eröffnet. Die Ausstellung beleuchtet mit Hilfe eindrücklicher Fotos und Videos das visuelle Regime des US-Militärs und die umfassendere Militarisierung von Kultur kritisch. Sie zeigt Aufnahmen, die 2012 bis 2013 in Fort Irwin, Kalifornien entstanden sind. Dort trainierten Soldat*innen in nachgebildeten Dörfern, die den Kriegsorten im Iran und Afganistan ähneln sollten. Als »kulturelles Training« deklariert, das vorgeblich Leben retten soll, werfen diese Simulationen drängende Fragen medialer Darstellung von militärischen Operationen und Krieg auf.

Um 17:30 lädt Alexandra Marie-Sofia Martin zu einem begleiteten Rundgang in englischer Sprache ein. Zur Idee hinter der Ausstellung sagt sie: »Mit der Ausstellung möchte ich eine Diskussion über die visuellen kulturellen Strategien anregen, mit denen Militärs in Konflikt­gebieten ausgebildet werden. Außerdem möchte ich zeigen, wie Medien und Technologien benutzt werden, um Menschen zu beeinflussen, zu überwachen und zu kontrollieren, sowohl in Kriegs- als auch in sogenannten Friedenszeiten.«

Maja Koster freut sich stellvertretend für die Aktiven bei »Faites votre jeu!« über die Ausstellung im Klapperfeld: »Auch in Deutschland wird eine umfassende Militarisierung der Gesellschaft vorangetrieben: Bundeswehr-Sonder­vermögen, massive Militärausgaben und Aufrüstung, Debatten über europäische Atombewaffnung und die ­Wiedereinführung der Wehrpflicht. Umso wichtiger ist es, sich zu dieser zunehmenden Militarisierung kritisch in Verhältnis zu setzen. Mit dem Zeigen der Ausstellung hoffen wir, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten.«

Neben dem Besuch der Gastausstellung gibt es für Besucher*innen des Sommerfests um 16, 18 und 20 Uhr auch die Möglichkeit, an Rundgängen durch das ­Gebäude und die beiden Dauerausstellungen im Klapperfeld teilzunehmen. Matthias Schneider, ebenfalls aktiv bei der Initiative, erklärt: »Mit den Rundgängen möchten wir allen Interessierten einen Einblick in unsere Arbeit und einen Überblick über die 115-jährige Geschichte des Klapperfelds als ehemaliges Polizeigefängnis bieten.«

Die Initiative »Faites votre jeu!« nutzt das Gebäude mittlerweile seit über sechzehn Jahren als linkes Zentrum. Dazu Maja Koster abschließend: »Auch in diesem Jahr möchten wir das ­ehemalige Polizeigefängnis im Rahmen unseres Sommerfests als selbstorganisierten Raum für emanzipatorische Politik, Kultur und Geschichtsarbeit feiern und freuen uns über alle, die mit uns feiern wollen.«

Weitere Informationen auf: www.faitesvotrejeu.org

Wichtige Hinweise für Pressevertreter*innen

Weitere Informationen & Pressekontakt
Website der Initiative »Faites votre jeu!«: www.faitesvotrejeu.org
Website zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld: www.klapperfeld.de
Pressekontakt: 069 34868994 | gro.u1775341921ejert1775341921ovset1775341921iaf@o1775341921fni1775341921

Bitte beachten:
Wenn Sie vor Ort über unser Sommerfest berichten wollen, freuen wir uns, wenn sie uns darüber im Vorfeld telefonisch oder via E-Mail informieren. Wenn Sie kommen, geben Sie bitte am Eingang Bescheid. Gespräche mit Verantwortlichen von »Faites votre jeu!« können Sie zwischen 15 und 19 Uhr führen.

Anlagen:


Pressemitteilung als PDF: download


Programmübersicht: 17 Jahre »Faites votre jeu!« – Sommerfest im Klapperfeld«

Musik

DJs Nikki on Fleek & SK Libra
Flinta* Rap / RnB & UK Garage / House, Frankfurt
soundcloud.com/nikkionfleek
www.instagram.com/sk_libra/
on.soundcloud.com/1KsDc6fY88WtJ6Zw7
16 bis 18 Uhr, Hof

Roter Stern Chor
Linke, politische und widerständige Lieder
www.roterstern-ffm.de/sport/ag-chor/
17 bis 18 Uhr, Veranstaltungsraum

DJs Cin Cin
Italodisco Duo, Frankfurt
18 bis 20 Uhr, Hof

Cementa
Wave Punk, Köln
cementa.de
www.instagram.com/cementa_cgn/
18 bis 19 Uhr, Keller

Kostenfalle
Electric Punk Duo, Hamburg
kostenfalle.bandcamp.com/album/demo
www.instagram.com/kostenfalle2/
19 bis 20 Uhr, Keller

DJ Duo Grob
Trance Pop Techno Duo, Offm, Köln
www.instagram.com/djduogrob/
21 bis 23 Uhr, Keller

Rundgänge

Rundgänge durch die Ausstellungen und das Gebäude
Beginn: 16:00 / 18:00 / 20:00 Uhr

Gastausstellung

Military Imaginaries
Immersive Ausstellung der Künstlerin und Forscherin Alexandra Marie-Sofia Martin, die das visuelle Regime des US-Militärs und die umfassendere Militarisierung von Kultur kritisch beleuchtet.
15 bis 21 Uhr

Begleitetender Rundgang in englischer Sprache mit Alexandra Marie-Sofia Martin
Beginn: 17:30 Uhr

Weitere Infos:
www.faitesvotrejeu.org/2025/07/12/ausstellung-military-imaginaries/

Wichtig

Wir möchten, dass sich bei uns alle wohl fühlen ­können. Auf ­­antisemitisches, rassistisches, sexistisches, homofeindliches oder transfeindliches Verhalten haben wir keinen Bock. Wem das nicht passt, fliegt raus!

Klapperfeld-Sommerfest, 2.8.2025 ab 15 Uhr

Die Grafik zeigt eine Collage mit der Ausfschrift »Siebzehn Jahre Faites votre jeu! Sommerfest«

Siebzehn Jahre »Faites votre jeu!« – seit über 16 Jahren im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Auflegerei & Livemusik, Rundgänge & Infostände, süße & salzige Snacks, leckere Cocktails & kalte Getränke…

Samstag, 2. August 2025 ab 15 Uhr


Programmübersicht

Auflegerei & Livemusik

Kostenfalle
Electric Punk Duo, Hamburg
kostenfalle.bandcamp.com/album/demo
www.instagram.com/kostenfalle2/

Cementa
Wave Punk, Köln
cementa.de
www.instagram.com/cementa_cgn/

DJs Nikki on Fleek & SK Likra
Flinta* Rap / RnB & UK Garage / House, Frankfurt
soundcloud.com/nikkionfleek
www.instagram.com/sk_libra/
on.soundcloud.com/1KsDc6fY88WtJ6Zw7

DJs Cin Cin
Italodisco Duo, Frankfurt

DJ Duo Grob
Trance Pop Techno Fuo, Offm, Köln
www.instagram.com/djduogrob/

Roter Stern Chor
Linke, politische und widerständige Lieder
www.roterstern-ffm.de/sport/ag-chor/
17:00 Uhr, Veranstaltungsraum

Rundgänge

Rundgänge durch die Ausstellungen und das Gebäude
Beginn: 16.00 / 18.00 / 20.00 Uhr

Ausstellungen

Von 15 Uhr bis vsl. 21 Uhr könnt ihr euch die beiden Dauerausstellungen im Haus ansehen.

Sonderausstellung

Military Imaginaries

Im Rahmen unseres Sommerfests lädt die Sonderausstellung Military Imaginaries der Künstlerin und Forscherin Alexandra Marie-Sofia Martin das Publikum dazu ein, sich kritisch mit dem visuellen Regime des US-Militärs und der Militarisierung von Kultur auseinanderzusetzen. Die zwischen 2012 und 2013 in Fort Irwin (Kalifornien) entstandenen Fotografien werden durch mehrere Vorträge und offene Diskussionen vertieft, die allen Interessierten offenstehen.

Military Imaginaries ist eine immersive Ausstellung, die das visuelle Regime des US-Militärs und die umfassendere Militarisierung von Kultur kritisch beleuchtet. Die gezeigten Aufnahmen entstanden 2012–2013 in Fort Irwin, Kalifornien, wo Soldat:innen in nachgebildeten nahöstlichen Dörfern in der Wüste der USA trainieren. Als »kulturelles Training« deklariert, das Leben retten soll, werfen diese Simulationen drängende Fragen nach der Rolle operationeller Bilder auf – und danach, wie diese innerhalb militärischer und medialer Infrastrukturen zirkulieren.

Alexandra Marie-Sofia Martin ist Künstlerin und Forscherin mit einem Hintergrund in Anthropologie, Museologie und Soziologie. Derzeit ist sie Postdoktorandin im Fach Kommunikationswissenschaften an der Concordia University (Montreal, Kanada). Martin erforscht die Konstruktion von Anderen durch visuelle Kultur. Sie ist dem Feminist Media Studio zugeordnet und untersucht die Inszenierung von Krieg sowie rassialisierte Darstellungen in militärischen Simulationen. Ihr Projekt wird durch ein Forschungsstipendium für Forschung und künstlerische Entwicklung des Fonds de recherche du Québec – Culture et société (FRQSC) gefördert. Die Ausstellung Military Imaginaries ist das Ergebnis ihrer Arbeit.

Am Tag des Sommerfests findet um 17:30 Uhr ein Rundgang durch die Sonderausstellung Military Imaginaries statt.

Begleitend zur Ausstellung findet außerdem am 9. August um 18:00 Uhr eine Reihe von Kurzvorträgen mit anschließender Diskussion statt.


Hausbesetzer*innen gehen in den Knast…

… titelte die Frankfurter Rundschau am 6. Februar 2009. Etwa ein halbes Jahr zuvor, am Abend des 2. August 2008 hatte die Initiative »Faites votre jeu!« ein ehemaliges Jugendzentrum in Bockenheim besetzt, um dort ein autonomes Zentrum aufzubauen. Anfang 2009 drohte die Stadt Frankfurt mit Räumung. Nach langen Verhandlungen wurde ein Ersatzobjekt angeboten: das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld. Da das Gefängnis von 1886 bis 2002 durch alle Phasen der deutschen Geschichte hindurch als solches betrieben wurde, war klar: Eine Nutzung, ohne eine Auseinandersetzung mit dieser Geschichte zu führen, war für die Initiative ausgeschlossen – und so begannen noch während der Verhandlungen die ersten Recherchen. Im August 2009 eröffnete dann der erste Teil der Dauerausstellung, die im Laufe der Zeit immer wieder erweitert wurde. Gleichzeitig ist das Gebäude ein autonomes Zentrum. Die Räume werden für kritische, politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Selbstorganisiert finden unterschiedlichste Veranstaltungen statt: von Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden, Konzerten und Partys.

Das möchten wir mit euch feiern!


Das ist uns wichtig

  • Wir möchten, dass sich bei uns alle wohl und sicher fühlen können: Auf antisemitisches, rassistisches, sexistisches, homofeindliches oder transfeindliches Verhalten haben wir keinen Bock. Wem das nicht passt, fliegt raus!
  • Solltet ihr euch beim Fest unwohl fühlen oder Unterstützung brauchen, wendet euch an unser Awarenessteam.
  • Und wie immer gilt: Beim Sommerfest wird es laut und voll. Für eure Vierbeiner bedeutet das unnötigen Stress, lasst sie bitte zu Hause.

Downloads

Ausstellung »Military Imaginaries«

Eröffnung beim Klapperfeld-Sommerfest am Samstag, 2. August 2025, ab 15 Uhr
Begleitveranstaltung am Samstag, 9. August 2025, 18 Uhr


Die Ausstellung

Military Imaginaries ist eine immersive Ausstellung, die das visuelle Regime des US-Militärs und die umfassendere Militarisierung von Kultur kritisch beleuchtet. Die gezeigten Aufnahmen entstanden 2012–2013 in Fort Irwin, Kalifornien, wo Soldat:innen in nachgebildeten nahöstlichen Dörfern in der Wüste der USA trainieren. Als »kulturelles Training« deklariert, das Leben retten soll, werfen diese Simulationen drängende Fragen nach der Rolle operationeller Bilder auf – und danach, wie diese innerhalb militärischer und medialer Infrastrukturen zirkulieren. 

Alexandra Marie-Sofia Martin ist Künstlerin und Forscherin mit einem Hintergrund in Anthropologie, Museologie und Soziologie. Sie erforscht die Konstruktion von Anderen durch visuelle Kultur. Sie ist dem Feminist Media Studio zugeordnet und untersucht die Inszenierung von Krieg sowie rassialisierte Darstellungen in militärischen Simulationen. Ihr Projekt wird durch ein Forschungsstipendium für Forschung und künstlerische Entwicklung des Fonds de recherche du Québec – Culture et société (FRQSC) gefördert.

Während der Öffnungszeiten dieser temporären Ausstellung können auch die Dauerausstellungen im Klapperfeld besucht werden.


Die Öffnungszeiten

an den Samstagen
02.08.2025
von 15 bis 21 Uhr: Eröffnung im Rahmen des Klapperfeld-Sommerfestes, um 17:30 Uhr Rundgang durch die Ausstellung mit der Künstlerin
09.08.2025
von 15 bis 18 Uhr mit anschließender Begleitveranstaltung
16.08.2025
von 15 bis 18 Uhr

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.


Die Begleitveranstaltung

Am  

Samstag, 09.08.2025, um 18 Uhr 

finden Kurzvorträge mit anschließender Diskussion statt:

Ian Strahn/Constantin Berlin: Frontier Fantasies – Indianthusiasm, Nationhood and Germany’s Imagined Wild West

Alexandra Martin: Military Imaginaries and Countervisualities

Die Vorträge erfolgen in englischer Sprache, es kann bei Bedarf für Übersetzung ins Deutsche gesorgt werden.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Unterstützt von Faites votre jeu! & AStA der Uni Frankfurt


Der Ausstellungsort

ehemaliges Polizei- & Abschiebegefängnis Klapperfeld
Klapperfeldstraße 5 (Nähe Konstablerwache)
60313 Frankfurt am Main

Die Ausstellung befindet sich im 1. Stock und ist leider nur über Treppen zu erreichen.
Bei Unterstützungsbedarf kontaktiert uns bitte: zweiterstock [ät] klapperfeld.de


Zum Download

Initiative »Faites votre jeu!« feiert 16. Geburtstag – Sommerfest am 3. August ab 15 Uhr im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Am kommenden Samstag, den 3. August, lädt die Initiative »Faites votre jeu!« anlässlich ihres 16. Geburtstags Freund*innen, Unterstützer*innen und alle Interessierten zum Sommerfest ins ehemalige Polizei- und ­Abschiebegefängnis ­Klapperfeld ein. Sie nutzt das Gebäude mittlerweile seit über fünfzehn Jahren als linkes Zentrum und hat dort zwei Dauerausstellungen zur Geschichte des Gefängnisses eingerichtet.

Das Sommerfest beginnt um 15 Uhr und bietet ein vielfältiges musikalisches Programm, Rundgänge durch das ­Gebäude und die ­Ausstellungen sowie Infostände verschiedener Gruppen und Initiativen. ­Kulinarisch ­können sich die Besucher*innen auf leckeres vegetarisches und veganes Essen sowie gute Drinks freuen.

Zum Sommerfest wird außerdem die Sonderausstellung »­Abschiebeknast ist das Verbrechen – Solidarität lohnt sich« eröffnet. Die vom Bündnis Community for All aus Darmstadt in Kooperation mit der Initiative »Faites votre jeu!« konzipierte Ausstellung versammelt Stimmen von Menschen, die von ­Abschiebung bedroht sind. In ­Audioaufnahmen und Texten berichten sie von ihren Schicksalen und ihren Erlebnissen seit der Flucht nach Deutschland – sei es in Abschiebehaft, im Kirchenasyl oder im Soli-Asyl. Dorothea Köhler von Community for All erläutert: »Die Ausstellung zeigt die historischen Entwicklungen von Abschiebepolitik in Deutschland. Sie verdeutlicht die Auswirkungen der immer repressiveren Politik auf das Leben der Betroffenen und hebt hervor, was diese Politik für Menschen bedeutet, die unter der ständigen Bedrohung von Abschiebung leben. Gleichzeitig erzählen die Geschichten, wie wichtig die Unterstützung solidarischer Menschen ist und zeigen damit eindrücklich, dass Widerstand nie umsonst ist und Solidarität sich lohnt.«

Maja Koster begrüßt, stellvertretend für die Aktiven bei »Faites votre jeu!«, die Ausstellung im Klapperfeld: »­Spätestens seit den 1980er Jahren bis zu seiner Schließung im Jahr 2002 wurde das Klapperfeld unter anderem als Abschiebeknast genutzt. Auch deshalb sind wir froh, unsere Räume jetzt für eine ­Ausstellung zu öffnen, in der die dort ­vorgestellten Initiativen Mut machen, Widerstand gegen die repressive und menschenfeindliche Abschottungspolitik Deutschlands und Europas zu leisten und praktische ­Solidarität zu leben.«

Matthias Schneider, ebenfalls aktiv bei der Initiative, spannt den Bogen von der Ausstellung zur gesamtgesellschaftlichen Stimmung: »In den Parlamenten wird von Vertreter*innen fast aller Parteien Stimmung gegen Geflüchtete und Marginalisierte gemacht, laut über Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan sowie das Ausfliegen von ­Schutz­suchenden nach Ruanda nachgedacht und die tödliche Abschottung der EU-Außengrenzen ­vorangetrieben. All das macht leider nur allzu deutlich, wie ­notwendig es ist, die Stimmen und Perspektiven von Betroffenen in den ­Mittelpunkt zu stellen und Räume zu schaffen, in denen sich Menschen gegen Abschottung und Ausgrenzung organisieren können.«

Maja Koster erklärt abschließend: »Auch deshalb möchten wir in diesem Jahr das ­ehemalige Polizeigefängnis als selbstorganisierten Raum für emanzipatorische Politik, Kultur und Geschichtsarbeit feiern.«

Weitere Informationen auf: www.faitesvotrejeu.org

Wichtige Hinweise für Pressevertreter*innen

Weitere Informationen & Pressekontakt
Website der Initiative »Faites votre jeu!«: www.faitesvotrejeu.org
Website zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld: www.klapperfeld.de
Pressekontakt: 069 34868994 | gro.u1775341921ejert1775341921ovset1775341921iaf@o1775341921fni1775341921

Bitte beachten:
Wenn Sie vor Ort über unser Sommerfest berichten wollen, freuen wir uns, wenn sie uns darüber im Vorfeld telefonisch oder via E-Mail informieren. Wenn Sie kommen, geben Sie bitte am Eingang Bescheid. Gespräche mit Verantwortlichen von »Faites votre jeu!« können Sie zwischen 15 und 19 Uhr führen.

Anlagen:


Pressemitteilung als PDF: download


Programmübersicht: 16 Jahre »Faites votre jeu!« – Sommerfest im Klapperfeld«

Musik

Roter Stern Chor
Linke, politische und widerständige Lieder
www.roterstern-ffm.de/sport/ag-chor/
17:00 Uhr, Veranstaltungsraum

Höchst problematisch
Punk
21:00 Uhr, Keller

Das Huhn
Chickenwave/Synthpunk
dashuhn.bandcamp.com/album/demo
22:00 Uhr, Keller

DarkWhite
Dark & Groovy Techno
on.soundcloud.com/i2J6pMgWrtmYwBV26
23:00 Uhr, Keller

siinisteerrr
Bounce, Sloping Trance, Wavy Techno
on.soundcloud.com/kjyDAtp2Hsx8zYhk8
17:00 Uhr, Hof

phim_etic [the_launderettes]
Elektro Post Punk Techno Ambient Experimental
soundcloud.com/kristina_ha
19:00 Uhr, Hof

SarahMka
Eclectic Techno, Raw and Fluffy
www.mixcloud.com/sarahMka/
21:00 Uhr, Hof

Joca
Live-Synth-Techno
soundcloud.com/user-81032999
23:00 Uhr, Hof

Rundgänge

Rundgänge durch die Ausstellungen und das Gebäude
Beginn: 16:00 / 18:00 / 20:00 Uhr

Sonderausstellung

Abschiebeknast ist das Verbrechen – Solidarität lohnt sich
Sonderausstellung des Bündnisses Community for All aus Darmstadt in Kooperation mit »Faites votre jeu!«
15:00 – 21:00 Uhr

Weitere Infos:
www.faitesvotrejeu.org/2024/07/12/ausstellung-abschiebeknast-ist-das-verbrechen-solidaritaet-lohnt-sich/

Wichtig

Wir möchten, dass sich bei uns alle wohl fühlen ­können. Auf ­­antisemitisches, rassistisches, sexistisches, homofeindliches oder transfeindliches Verhalten haben wir keinen Bock. Wem das nicht passt, fliegt raus!

Klapperfeld-Sommerfest, 3.8.2024 ab 15 Uhr

Sechzehn Jahre »Faites votre jeu!« – seit über 15 Jahren im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Auflegerei, Rundgänge & Infostände, süße & salzige Snacks, leckere Cocktails & kalte Getränke…

Samstag, 3. August 2024 ab 15 Uhr


Programmübersicht

Musik

Roter Stern Chor
Linke, politische und widerständige Lieder
www.roterstern-ffm.de/sport/ag-chor/
17:00 Uhr, Veranstaltungsraum

Höchst problematisch
Punk
21:00 Uhr, Keller

Das Huhn
Chickenwave/Synthpunk
dashuhn.bandcamp.com/album/demo
22:00 Uhr, Keller

DarkWhite
Dark & Groovy Techno
on.soundcloud.com/i2J6pMgWrtmYwBV26
23:00 Uhr, Keller

siinisteerrr
Bounce, Sloping Trance, Wavy Techno
on.soundcloud.com/kjyDAtp2Hsx8zYhk8
17:00 Uhr, Hof

phim_etic [the_launderettes]
Elektro Post Punk Techno Ambient Experimental
soundcloud.com/kristina_ha
19:00 Uhr, Hof

SarahMka
Eclectic Techno, Raw and Fluffy
www.mixcloud.com/sarahMka/
21:00 Uhr, Hof

Joca
Live-Synth-Techno
soundcloud.com/user-81032999
23:00 Uhr, Hof

Rundgänge

Rundgänge durch die Ausstellungen und das Gebäude
Beginn: 16.00 / 18.00 / 20.00 Uhr

Ausstellungen

Von 15 Uhr bis vsl. 21 Uhr könnt ihr euch die beiden Dauerausstellungen im Haus ansehen.

Außerdem wird zum Sommerfest im 1. Stock die temporäre Ausstellung »Abschiebeknast ist das Verbrechen – Solidarität lohnt sich« eröffnet.

Sonderausstellung

Abschiebeknast ist das Verbrechen – Solidarität lohnt sich
Sonderausstellung des Bündnisses Community for All aus Darmstadt in Kooperation mit »Faites votre jeu!«
15:00 – 21:00 Uhr

Weitere Infos:
www.faitesvotrejeu.org/2024/07/12/ausstellung-abschiebeknast-ist-das-verbrechen-solidaritaet-lohnt-sich/


Hausbesetzer*innen gehen in den Knast…

… titelte die Frankfurter Rundschau am 6. Februar 2009. Etwa ein halbes Jahr zuvor, am Abend des 2. August 2008 hatte die Initiative »Faites votre jeu!« ein ehemaliges Jugendzentrum in Bockenheim besetzt, um dort ein autonomes Zentrum aufzubauen. Anfang 2009 drohte die Stadt Frankfurt mit Räumung. Nach langen Verhandlungen wurde ein Ersatzobjekt angeboten: das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld. Da das Gefängnis von 1886 bis 2002 durch alle Phasen der deutschen Geschichte hindurch als solches betrieben wurde, war klar: Eine Nutzung, ohne eine Auseinandersetzung mit dieser Geschichte zu führen, war für die Initiative ausgeschlossen – und so begannen noch während der Verhandlungen die ersten Recherchen. Im August 2009 eröffnete dann der erste Teil der Dauerausstellung, die im Laufe der Zeit immer wieder erweitert wurde. Gleichzeitig ist das Gebäude ein autonomes Zentrum. Die Räume werden für kritische, politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Selbstorganisiert finden unterschiedlichste Veranstaltungen statt: von Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden, Konzerten und Partys.

Das möchten wir mit euch feiern!


Das ist uns wichtig

  • Wir möchten, dass sich bei uns alle wohl und sicher fühlen können: Auf antisemitisches, rassistisches, sexistisches, homofeindliches oder transfeindliches Verhalten haben wir keinen Bock. Wem das nicht passt, fliegt raus!
  • Solltet ihr euch beim Fest unwohl fühlen oder Unterstützung brauchen, wendet euch an unser Awarenessteam.
  • Und wie immer gilt: Beim Sommerfest wird es laut und voll. Für eure Vierbeiner bedeutet das unnötigen Stress, lasst sie bitte zu Hause.

Pressemitteilung

Downloads

Ausstellung »Abschiebeknast ist das Verbrechen – Solidarität lohnt sich«

Eine Zelle mit vergittertem Fenster

Eröffnung beim Klapperfeld-Sommerfest am Samstag, 3. August 2024, ab 15 Uhr


Die Ausstellung

Am 3. August 2024 eröffnet die Ausstellung »Abschiedeknast ist das Verbrechen« im Rahmen des Sommerfests im ehemaligen Polizei- und Abschiebegefängnis Klapperfeld. Die Ausstellung versammelt Stimmen von Menschen, die von Abschiebung bedroht sind. In Audioaufnahmen und Texten berichten sie von ihren Schicksalen und ihren Erlebnissen seit der Flucht nach Deutschland – sei es in Abschiebehaft, im Kirchenasyl oder im Soli-Asyl.

Die Ausstellung zeigt die historischen Entwicklungen von Abschiebepolitik in Deutschland. Sie verdeutlicht die Auswirkungen der immer repressiveren Politik auf das Leben der Betroffenen und hebt hervor, was diese Politik für Menschen bedeutet, die unter der ständigen Bedrohung von Abschiebung leben. Gleichzeitig erzählen die Geschichten, wie wichtig die Unterstützung solidarischer Menschen ist, und zeigen damit eindrücklich, dass Widerstand nie umsonst ist und Solidarität immer gebraucht wird. Die in der Ausstellung vorgestellten Initiativen machen Mut, Widerstand zu leisten und praktische Solidarität zu leben.

Das Bündnis »Community for all« aus Darmstadt hat in Kooperation mit der Initiative »Faites votre jeu!« im ehemaligen Polizei- und Abschiebegefängnis Klapperfeld die Ausstellung konzipiert.

Während der Öffnungszeiten dieser temporären Ausstellung kann auch die Dauerausstellung »Raus von hier – Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im Klapperfeld – 1955–2002« besucht werden.


Die Öffnungszeiten

an den Samstagen
03.08.2024 (Eröffnung im Rahmen des Klapperfeld-Sommerfestes)
10.08.2024
17.08.2024
24.08.2024
31.08.2024
07.09.2024

jeweils von 15 bis 18 Uhr

am Dienstag, den 13.08.2024, von 18 bis 20 Uhr

am Donnerstag, 20.08.2024, von 18 bis 20 Uhr

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.


Der Ausstellungsort

ehemaliges Polizei- & Abschiebegefängnis Klapperfeld
Klapperfeldstraße 5 (Nähe Konstablerwache)
60313 Frankfurt am Main

Die Ausstellung befindet sich im 1. Stock und ist leider nur über Treppen zu erreichen.
Bei Unterstützungsbedarf kontaktiert uns bitte: zweiterstock [ät] klapperfeld.de


Zum Download

Lesung & Film (Farsi und Deutsch) plus Ausstellung am Mittwoch, 12.06.2024

Einlass ab 18.00 Uhr / Beginn 19.00 Uhr

Ab 18 Uhr sind die beiden Dauerausstellungen zur Geschichte des ehemaligen Polizei- und Abschiebegefängnisses Klapperfeld geöffnet.

Ab 19 Uhr liest die Aktivistin und Autorin Nasrin Jalali auf deutsch und persisch aus ihrem Buch »Aref« und die Regisseurin Masoomeh Shokri zeigt ihren zehnminütigen Kurzfilm »Ladan« mit deutschen Untertiteln.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Ein Interview mit der Autorin Nasrin Jalali vom 07.03.2024 über ihren Protestmarsch für die Bewegung »Frauen, Leben, Freiheit« von Frankfurt nach Berlin findet sich hier bei der Frankfurter Rundschau.

Vortrag & Diskussion: Medizinische Versorgung von Menschen in Haft, Mi, 08.11.2023, 19:00 Uhr

MIT BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG VON ABSCHIEBEHAFT

Der Verein demokratischer Ärzt*innen (vdää) stellt seine Broschüre »Medizinische Versorgung von Menschen in Haft« vor.
Gemeinsam mit dem vdää, Support PiA – Hilfe für Personen in Abschiebehaft Darmstadt und dem AK 2. Stock des Klapperfelds wollen wir hierzu in den Austausch kommen.

Vorher ist unsere Dauerausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im Klapperfeld – 1955–2002« ab 18 Uhr geöffnet. Die Ausstellung orientiert sich an originalbelassenen Zellen und den Inschriften ehemaliger Gefangener. Alle Besucher*innen sind herzlich eingeladen, sich vor der Veranstaltung umzuschauen.

Ort: ehemaliges Polizei- & Abschiebegefängnis Klapperfeld, Klapperfeldstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Bitte kommt ohne akute Infektionskrankheiten und wenn möglich getestet.
Das Klapperfeld ist nur über eine Treppe zugänglich.

Veranstalter*innen: vdää & Support PiA – Hilfe für Personen in Abschiebehaft Darmstadt & Arbeitskreis 2. Stock der Initiative Faites votre jeu!

Lesung mit Andrea Newerla: Das Ende des Romantikdiktats, Sa. 21.10.2023, 19.00 Uhr

Plakat zur Lesung mit Andrea Newerla: Das Ende des Romatikdiktas

Warum wir Nähe, Beziehungen und Liebe neu denken sollten

Revolutionieren wir die Welt der Liebe!

Unsere Beziehungen funktionieren häufig nicht mehr: Die Zahl der Single-Haushalte steigt, die Kleinfamilie zerfällt und während uns Hollywood den Glanz der ganz großen Liebe ins Wohnzimmer strahlt, suchen wir mit Dating-Apps, polyamoren oder offenen Beziehungen den neuen Goldstandard für Nähe und Verbindlichkeit. Doch liegt darin wirklich die Erfüllung unserer intimsten Sehnsüchte? Steckt dahinter nicht ein Prinzip, das sich in Zeiten des ökonomisierten Dating-Marktes selbst überholt hat?

Soziologin Andrea Newerla blickt hinter die Glücksversprechen unserer Zeit, zeigt, was wir eigentlich suchen und warum unsere Beziehungskonzepte nicht wirklich so alternativlos sind, wie sie uns immer scheinen.

Eine Lesung im Rahmen der GegenBuchMasse.

Veranstalter*innen: Faites votre jeu! & Kösel Verlag

Initiative »Faites votre jeu!« feiert 15. Geburtstag – Sommerfest am 5. August ab 15 Uhr im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Am kommenden Samstag, den 5. August, lädt die Initiative »Faites votre jeu!« anlässlich ihres 15. Geburtstags Freund*innen, Unterstützer*innen und alle Interessierten zum Sommerfest ins ehemalige Polizeigefängnis ­Klapperfeld ein. Sie nutzt das Gebäude mittlerweile seit über vierzehn Jahren als linkes Zentrum und hat dort zwei Dauerausstellungen zur Geschichte des Gefängnisses eingerichtet.

Das Sommerfest beginnt um 15 Uhr und bietet ein vielfältiges musikalisches Programm, Rundgänge durch das ­Gebäude und die ­Ausstellungen sowie Infostände verschiedener im Klapperfeld aktiver Initiativen. Kulinarisch können sich die Besucher*innen über leckeres vegetarisches und veganes Essen sowie gute Drinks freuen.

Maja Koster nimmt den 15. Geburtstag von »Faites votre jeu!« zum Anlass, auch auf die Entstehung der Initiative und die Besetzung des JUZ Bockenheim zurückzublicken: »Die Besetzung des JUZ Bockenheim war für uns 2008 die Antwort auf eine voranschreitend repressive Umstrukturierung des städtischen Raumes. Das Gebäude des alten JUZ war schon damals Sinnbild einer bis heute andauernden Politik, in der immer weniger Raum für unkommerzielle und selbstorganisierte Projekte zur ­Verfügung steht, während auf der anderen Seite immer mehr Gebäude leerstehen und nicht genutzt werden.«

Matthias Schneider, auch aktiv bei »Faites votre jeu!«, ergänzt: »Die Entwicklungen der letzten 15 Jahre zeigen leider, dass die Gründe für die Besetzung noch genauso aktuell sind, wie am 2. August 2008: Explodierende Mietpreise, Wegfall von Sozialwohnungen sowie enorme Preissteigerungen bei Energie- und Lebensmitteln treiben die Umverteilung von Unten nach Oben voran. Flankiert werden diese Entwicklungen durch eine zunehmend repressiver werdende Ordnungs­politik und offen antifeministische und rassistische Hetze in Politik und Medien. All dies verdrängt arme Menschen und gesellschaftlich marginalisierte Gruppen immer weiter aus dem städtischen Raum. Trotzdem wollen und werden wir den Kopf nicht in den Sand stecken. All das unterstreicht vielmehr die Notwendigkeit von Orten wie dem Klapperfeld, in denen Menschen sich organisieren und für eine ­emanzipatorische Politik und Gesellschaft streiten können!«

Maja Koster bezieht sich deshalb auch auf die aktuellen Auseinandersetzungen und Kämpfe um städtischen Raum: »Gerade in Anbetracht der sich ­zuspitzenden Verhältnisse freuen wir uns umso mehr, dass es im letzten Jahr wieder vermehrt Versuche gab, diesen Entwicklungen auch mit einer Praxis entgegenzutreten, die die herrschenden Eigentumsverhältnisse ganz offen in Frage stellt. Mit der erfolgreichen Besetzung der Günderrodestraße 5 im Gallus am 3. Dezember letzten Jahres, erkämpfte das Bündnis ›Freiräume statt Glaspaläste‹ einen Raum für Menschen, die sich sonst ein Wohnen in Frankfurt nicht mehr leisten können. Und auch wenn die Dondorf-Druckerei am 12. Juli nach knapp drei Wochen erstmal durch eine unverhältnismäßige, polizeiliche Räumung beendet wurde, machte diese Besetzung nicht nur auf eine beschissene Stadtentwicklung aufmerksam, sondern schuf für die Praxis von Hausbesetzungen ein Verständnis und eine Akzeptanz in Frankfurt, die weit über die linke Szene hinausgeht.«

Matthias Schneider ergänzt abschließend: »Wir sind uns sicher: In Sachen Dondorf-Druckerei ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und ganz bestimmt werden zukünftige Auseinandersetzungen um den städtischen Raum wieder vermehrt praktisch geführt werden. Auch deshalb möchten wir in diesem Jahr nicht nur das ehemalige Polizei­gefängnis als selbstorganisierten Raum für emanzipatorische Politik, Kultur und Geschichtsarbeit feiern, sondern all die Gruppen und ­Menschen, die für eine ›Stadt für Alle‹ kämpfen.«

Wichtige Hinweise für Pressevertreter*innen

Weitere Informationen & Pressekontakt
Website der Initiative »Faites votre jeu!«: www.faitesvotrejeu.org
Website zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld: klapperfeld.de
Pressekontakt: 06934868994 | gro.u1775341921ejert1775341921ovset1775341921iaf@o1775341921fni1775341921

Bitte beachten:
Wenn Sie vor Ort über unser Sommerfest berichten wollen, freuen wir uns, wenn sie uns darüber im Vorfeld
telefonisch oder via E-Mail informieren. Wenn Sie kommen, geben Sie bitte am Eingang Bescheid. Gespräche mit Verantwortlichen von »Faites votre jeu!« können Sie zwischen 15 und 19 Uhr führen. Alle O-Töne und Fotos sind genehmigungspflichtig.

Anlagen:


Pressemitteilung als PDF: download

Klapperfeld-Sommerfest, 5.8.2023 ab 15 Uhr

Fünfzehn Jahre »Faites votre jeu!« – seit über 14 Jahren im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Auflegerei, süße & salzige Snacks, leckere Cocktails & kalte Getränke, Rundgänge & Infostände…

Samstag, 5. August 2023 ab 15 Uhr


Programmübersicht

Musik

HighT b2b DjKrise (Ffm)
soundcloud.com/liam-handon & soundcloud.com/shantidisko

Roter Stern Chor (Ffm)
Von Arbeiter*innenlieder bis Tetris
www.roterstern-ffm.de/category/ag-chor/

calle (Ffm)
soundcloud.com/user-81032999

Liv (Heidelberg)
soundcloud.com/olivia-horoba

Rundgänge

Rundgänge durch die Ausstellungen und das Gebäude
Beginn: 16.00 / 18.00 / 20.00 Uhr


Hausbesetzer*innen gehen in den Knast…

… titelte die Frankfurter Rundschau am 6. Februar 2009. Etwa ein halbes Jahr zuvor, am Abend des 2. August 2008 hatte die Initiative »Faites votre jeu!« ein ehemaliges Jugendzentrum in Bockenheim besetzt, um dort ein autonomes Zentrum aufzubauen. Anfang 2009 drohte die Stadt Frankfurt mit Räumung. Nach langen Verhandlungen wurde ein Ersatzobjekt angeboten: das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld. Da das Gefängnis von 1886 bis 2002 durch alle Phasen der deutschen Geschichte hindurch als solches betrieben wurde, war klar: Eine Nutzung, ohne eine Auseinandersetzung mit dieser Geschichte zu führen, war für die Initiative ausgeschlossen – und so begannen noch während der Verhandlungen die ersten Recherchen. Im August 2009 eröffnete dann der erste Teil der Dauerausstellung, die im Laufe der Zeit immer wieder erweitert wurde. Gleichzeitig ist das Gebäude ein autonomes Zentrum. Die Räume werden für kritische, politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Selbstorganisiert finden unterschiedlichste Veranstaltungen statt: von Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden, Konzerten und Partys.

Das möchten wir mit euch feiern!


Das ist uns wichtig

  • Wir möchten, dass sich bei uns alle wohl und sicher fühlen ­können: Auf ­­antisemitisches, rassistisches, sexistisches, homofeindliches oder transfeindliches Verhalten haben wir keinen Bock. Wem das nicht passt, fliegt raus!
  • Solltet ihr euch beim Fest unwohl fühlen oder Unterstützung brauchen, wendet euch an unser Awarenessteam.
  • Und wie immer gilt: Beim Sommerfest wird es laut und voll. Für eure Vierbeiner bedeutet das unnötigen Stress, lasst sie bitte zu Hause.

Demo: Bockenheim für Alle! Heute, Mi. 12.07.2023, 19 Uhr, Campus Bockenheim

Sharepic: Bockenheim für Alle – Gegen jeden Räumung! Gegen jeden Abriss! Die Druckerei bleibt! Demo: Heute 12.07. 19 Uhr Campus Bockenheim (Das Foto im Hintergrund zeigt die Dondorf-Druckerei mit Polizeiautos im Vordergrund)

Gegen jeden Räumung! Gegen jeden Abriss! Die Druckerei bleibt!

Kommt heute zur Demo und zeigt eure Solidarität mit den Besetzer*innen.

An dieser Stelle Dokumentieren wir die Pressemitteilung der Besetzer*innen:

»Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden«

Heute, am 12. Juli, um 6:30 wurden die Bewohner*innen der Dondorf-Druckerei von maskierten Männern des hessischen Sondereinsatzkommandos mit gezogenen Waffen geweckt und aus ihren Betten gezerrt. Damit wurden sie ihrem Grundrecht, der Unverletzlichkeit der Wohnung, beschnitten. Das ist eine Gewalterfahrung. Eine Person überwies der Goethe-Universität, die das Nutzungsrecht des Gebäudes innehat, Miete. Mehr als 30 Personen befinden sich in Polizeigewahrsam. Einige Bewohner*innen wurden von der Polizei sogar nach Darmstadt gebracht. Es müssen Konsequenzen für die Verantwortlichen folgen!

Verantwortlich für die Räumung ist zum einen das Präsidium der Goethe-Universität, namentlich Präsident Enrico Schleiff und Sebastian Keil, Leiter des Leitungsbüros. Zum anderen die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, die Mitglied der Grünen ist.

Für den Erhalt des Gebäudes, das einer jüdischen Familie gehörte, kämpfen Anwohner*innen des Stadtteils Bockenheim in Frankfurt bereits seit 2006. Es ist ein Industriedenkmal, genauso wie es an die Verfolgung von sechs Millionen Jüd*innen und Juden erinnert. Die Mitglieder Familie Dondorf wurden verfolgt, ermordet und in den Selbstmord getrieben. Nun soll auch die letzte Erinnerung an sie weichen. Deutschland, der Erinnerungsweltmeister, entledigt sich wieder einmal jeder Schuld. Das ist ein politischer Skandal und zeugt von Geschichtsvergessenheit der handelnden Akteur*innen.

Nicht nur ist die Räumung aus rechtsstaatlicher Perspektive problematisch, auch die demokratischen Gremien der Goethe-Universität wurden übergangen. Erst im Frühjahr, nach der gewaltsamen polizeilichen Räumung der Hörsaalbesetzung im Dezember 2022, hatte der Senat, das höchste politische Gremium der Goethe-Universität, ein Beschluss verabschiedet, der erklärt, dass die Universität ein gewaltfreier Raum des Dialogs sei, in der die Sicherheit aller zu gewährleisten sei. Dieser Beschluss war eine Reaktion auf die massive Kritik an dem Polizeieinsatz auf dem Campus, der sich gegen die eigenen Studierenden richtete. Der Leiter des Leitungsbüros, Sebastian Keil und Präsident Schleiff setzen sich heute über diesen Senatsbeschluss hinweg, indem sie erneut statt des Dialogs der Weg der polizeilichen Räumung wählen. Dies geschieht insbesondere, nachdem wir, Die Druckerei für Alle!, erst gestern alle Akteur*innen erneut angesprochen, zum Dialog und zu weiteren Verhandlungen eingeladen hatten. Die Reaktion der Universität auf dieses Dialogangebot sehen wir heute: die gewaltsame Räumung.

Der Vorstand des Frankfurt Kreisverbandes der Grünen ist außerdem gestern, also Dienstag, den 11.07., auf uns zugekommen, um gemeinsame Gespräche mit Angela Dorn, der verantwortlichen Ministerin der Grünen auf Landesebene zu arrangieren. Dabei sollten auch das Max-Planck-Institut (MPI), das selbst in den Nationalsozialismus verstrickt war, und die Initiative Kulturcampus Bockenheim sowie die fachliche Perspektive durch Architekt*innen vertreten sein, um über die Nutzung und den Erhalt des Gebäudes zu sprechen. Wie sich Angela Dorn und die Grünen ein solches Gespräch vorstellen, während ihre Gesprächspartnerinnen zugleich mit ihrem Wissen und ihrer Zustimmung gewaltsam durch die Polizei geräumt werden, bleibt unklar.

Angela Dorn bleibt sich mit diesem Vorgehen gegen einen zentralen Erinnerungsort für die jüdische Geschichte Frankfurts treu in ihrer mangelnden Solidarität gegenüber jüdischen Menschen in Hessen. Schon während des Documenta-Skandals in Kassel letzten Jahres hatte sich die Ministerin lange zurückgehalten und wollte auf die Antisemitismus-Vorwürfe partout nicht eingehen. Erst nach großem öffentlichem Druck und zahlreicher Kritik seitens jüdischer Organisationen konnte sich dazu durchringen, nicht ohne trotzdem gleichzeitig noch die großartige Arbeit der verantwortlichen Organisator*innen zu loben.

Zudem steckt das 150 Jahre alte Druckerei-Gebäude voller Grauer Energie. Gemeint ist damit die Energie, die bereits aufgewendet wurde, um das Gebäude zu bauen und zu erhalten und die darin gebunden ist. Mit einem Abriss und dem geplanten Neubau würden, nach Architects for Future, deutlich über einer Millionen Kilogramm CO₂ auf einmal ausgestoßen werden, die auch durch einen energieeffizienteren Neubau nur zu ca. 50 Prozent wieder eingespart werden könnten. Sanierung ist ökologischer als Neubau!

Dass dieses Gebäude rein fachlich erhalten bleiben kann und stabil ist, wurde in den letzten Wochen mehrfach durch Architekt*innen und Bauunternehmer*innen bestätigt. Dass Angela Dorn, als Ministerin der Grünen, offensichtlich kein Interesse an diesen ökologischen Aspekten und der Schaffung von kulturellen Räumen hat, ist schockierend und bezeichnend.

Die Räumung des Gebäudes und der Menschen, die dort wohnten, hat zum jetzigen Zeitpunkt keinen ersichtlichen Grund. Es fanden dort bereits seit Wochen täglich Veranstaltungen und Führungen statt, es gab ein freundliches und solidarisches Verhältnis mit den Mitarbeiter*innen des ansässigen Archivs der Goethe-Universität und keine Vorfälle, die eine Gefährdung von Menschen oder dem Gebäude implizieren könnten. Die Übergabe des Gebäudes an das MPI hätte frühestens im November 2023 stattfinden sollen, nun wird es bis dahin leer stehen.

Wir dagegen haben durch die Nutzung gezeigt, dass diese Freiräume hier in Frankfurt gebraucht werden. Die verantwortliche Ministerin Angela Dorn und die Universität haben jedoch gezeigt, dass sie kein Interesse an einer ökologischen Bauwende, an der Erinnerung jüdischen Lebens in Frankfurt und der Schaffung von kulturellen Räumen haben.

Das MPI hat ebenfalls gezeigt, wie es sich seinen Einstand hier in Bockenheim vorstellt. Mit dieser autoritären Durchsetzung, gegen den demokratischen Willen des Ortsbeirats und der Initiativen hier in Bockenheim und der Menschen, die hier leben, ist fraglich, wie sich das MPI eine Zusammenarbeit mit dem geplanten Kulturcampus vorstellt. Dieser Kulturcampus entsteht nur aufgrund von Protesten und Initiativen wie unseren. Was das MPI davon hält, haben sie deutlich gezeigt. Nämlich nichts.

  1. Wir fordern, dass die gewaltsame Räumung Folgen für die Verantwortlichen haben muss. Angela Dorn und das Präsidium der Goethe-Universität müssen zurücktreten.
  2. Wir sehen auch, dass die Dondorf-Druckerei noch nicht verloren ist. Wir fordern weiterhin, wie dies unter anderem der Ortsbeirat Bockenheim beschlossen hat, ein Abrissmoratorium für das Gebäude. Diese Beschlussvorlage liegt im Bauausschuss der Stadt Frankfurt. Die Stadtverordneten sind nun zum Handeln gezwungen – sie können den Erhalt des Gebäudes sichern und auch sie tragen Verantwortung.
  3. Dann fordern wir das Land Hessen auf, sich der klima- und erinnerungspolitischen Verantwortung zu stellen und dem MPI ein anderes Grundstück zuzuweisen.

Heute Abend wird es um 19 Uhr für es eine Demonstration auf dem Bockenheimer Campus stattfinden. Wir laden alle Menschen herzlich sich für den Erhalt der Dondorf-Druckerei einzusetzen.

»Das ist ein Skandal auf allen Ebenen. Wir sind erschütternd und wütend. Viele unserer Freund*innen haben Gewalt von Seiten des Staates erlebt.«, sagt Lukas Geisler, Sprecher der Druckerei. »Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Druckerei steht exemplarisch für vieles, was gerade schiefläuft: eine enttäuschende Klimapolitik und autoritäre Trends – im Staat und in der Gesellschaft. Mit Blick auf die Landtagswahl haben die Grünen abermals gezeigt, dass sie nicht auf der Seite der aktiven Zivilgesellschaft stehen.«

»Schon vor Monaten hatte sich der Ortsbeirat Bockenheim gegen einen Abriss ausgesprochen. Initiativen in Bockenheim fordern schon lange ein Mitspracherecht ein. Das autoritäre Vorgehen der Universität des Landes Hessen ist massiv undemokratisch.« Sagt Gianna Thiele, Sprecherin der Druckerei. »Das Max-Planck-Institut kann sich seinen Platz im Herzen des Kulturcampus nicht polizeilich erzwingen. Dass Menschen einen willkommen heißen, kann man so nicht erwarten. Eines ist klar, so wollen wir euch hier sicher nicht