Das Klapperfeld bleibt geschlossen

Update: Das Klapperfeld bleibt bis auf weiteres geschlossen. Änderungen werden an dieser Stelle bekannt gegeben.

Wegen des Coronavirus sagen wir bis mindestens zum 6. April 2020 alle öffentlichen Veranstaltungen im Klapperfeld ab.

In Solidarität mit Allen, die zu Risikogruppen gehören, wollen wir mit dieser Entscheidung dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus möglichst lange zu verzögern.

Neben Vorträgen, Diskussionsveransataltungen, Barabenden, Konzerten und Partys sind auch die beiden Dauerausstellungen geschlossen. Auch das Klapperfeld-Plenum findet bis mindestens zum 6. April nicht statt. Wir werden euch an dieser Stelle weiter auf dem Laufenden halten.

Es ist in dieser Situation besonders wichtig, den Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen und mit denen solidarisch zu sein, die von den Folgen des Virus besonders hart getroffen sein werden. Deshalb wollen wir euch an dieser Stelle auf das Netzwerk »Solidarisch trotz Corona« hinweisen, dass selbstorganisierte Hilfsstrukturen in Frankfurt aufbaut und nach solidarischen Antworten auf die aktuelle Krise sucht: www.corona-soli-ffm.org

Wir wünschen euch allen, dass ihr gesund durch die nächsten Tage und Wochen kommt und wir uns sobald wie möglich wieder für Sommerfeste, Veranstaltungen und alles andere im Klapperfeld sehen können.

Ausstellungen bleiben am Samstag geschlossen

Die Dauerausstellungen im Klapperfeld bleiben an diesem Samstag geschlossen. Eine Entscheidung, wie wir mit öffentlichen Veranstaltungen in den kommenden Wochen umgehen, werden wir am Dienstag auf unserem Plenum treffen und euch anschließend darüber informieren.

März 2020

Do. 27.02.2020

La santé en lutte – Bericht und Diskussion über Klassenkämpfe in Brüsseler Krankenhäusern

19.30 Uhr: In Belgien, wie in ganz Europa, stehen die Krankenhäuser unter dem Druck der kapitalistischen Rationalisierung und des Sparens. Doch in den belgischen Krankenhäusern regt sich in den letzten Monaten Widerstand. In einzelnen Krankenhäusern organisieren sich Pflegekräfte und andere Angestellte und kommen übergreifend in Organisationen wie der Brüsseler Plattform »La santé en lutte« (»Die Gesundheit im Kampf«) zusammen. An diesem Abend wird Stan, der als Krankenpfleger in einem Brüsseler Krankenhaus arbeitet, von den Versuchen der Basisorganisierung berichten. Veranstaltung auf Französisch mit Konsekutivübersetzung ins Deutsche. Veranstaltende: Antifa Kritik & Klassenkampf (akkffm.blogsport.de)

Fr. 28.02.2020

Soli-Barabend: Roter Stern Fußball AG

21.00 bis 2.00 Uhr: Kommt vorbei und supported den sympathischen diskriminierungsfreien Verein von nebenan! Damit wir auch in diesem Jahr einen für alle offenen, sicheren Raum zum Kicken anbieten können, versorgen wir Euch für einen Abend mal wieder gerne mit feinster Musik und kühlen Getränken. Wie immer sportlich, kritisch, stabil! Weitere Infos: www.roterstern-ffm.de/category/ag-fussball/

Di. 03.03.2020

»Faites votre jeu!«-Barabend

21.00 Uhr: Wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken in nettem Ambiente.

Fr. 06.03.2020

Offene Werkstätten im DRCKKMPLX

Ab 17.30 Uhr: Dingdingding! Jeden ersten Freitag im Monat öffnet der DRCKKMPLX die Werkstätten im Klapperfeld-Keller. Ihr könnt euch in der Hochdruckwerkstatt im Linolschnitt- und druck üben, in der Siebdruckwerkstatt nebenan könnt ihr mitgebrachte Textilien mit vorhandenen Motiven bedrucken (lassen). Alles gegen Spende.

Sa. 07.03.2020

Translation work in progress

15.00 bis 18.00 Uhr: Seit Anfang 2015 kann die Dauerausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im ­Klapperfeld 1955–2002« in zweiten Stock des Klapperfelds ­besucht werden. Der Prozess der Übersetzung und ­Recherche zu den Inschriften geht aber weiter. An jedem ersten Samstag im Monat arbeitet die Übersetzungsgruppe an den ­Übersetzungen und Besucher*innen sind herzlich ­eingeladen, sich daran zu beteiligen. Weitere Infos und Kontakt zur Übersetzungsgruppe: zweiterstock.klapperfeld.de

Öffentliche Führung

17.00 bis 18.00 Uhr: Öffentliche Führung zum Klapperfeld und seiner Geschichte als Polizei- und Abschiebegefängnis an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – einfach vorbeikommen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

So. 08.03.2020

Feministisches Streikcafé

10.00 bis 12.00 Uhr: Ein Raum für Austausch, Information, Transpis und Workshops – ein Raum zum Streiken: Schluss mit prekärer Arbeit, Rasissmus, Sexismus und sexualisierter Gewalt. Wehrt euch – legt mit uns die Arbeit nieder! Nur für Frauen* und Queers; Solidarische Cis-Männer werden für Carearbeit anwesend sein. Anschließend laufen wir gemeinsam zur feministischen Streikversammlung zum Römerberg.
Veranstaltende: FrauenStreik Bündnis FFM (fb.com/FrauenstreikFFM)

Auf dem Römerberg
Fraulenzen: feministische Streikversammlung

13.00 bis 15.00 Uhr: Kommen wir zusammen für unsere kämpferische Streikversammlung – und frau*lenzen mit Programm.

Wer ist eigentlich…?
… Jenny Iller!

Jenny Iller wurde zusammen mit ihrer Tochter Ruth am 11. März 1943 in die Gestapo-Dienststelle in der Frankfurter Lindenstrasse einbestellt und dort verhaftet. Die Verhaftung erfolgte im Rahmen der 1942/1943 von der Frankfurter Gestapo durchgeführten »Aktion zur kalten Erledigung der Mischehen«. Ziel der Nazis war es, die jüdischen Ehepartner_innen sogenannter »Mischehen« zwischen Christen/Christinnen und Juden/Jüdinnen zur Deportation in die Konzentrations- und Vernichtungslager zu erfassen.

Jenny und Ruth kamen wenig später in das Klapperfeld. Die Haftbedingungen waren grausam. Von einem befreundeten Apotheker besorgte der Ehemann und Vater ein relativ harmloses Gift, welches durch die Hilfe einer Gefängniswärterin in die Gefängniszellen hineingeschmuggelt. Der Plan bestand darin, durch die Einnahme des Giftes in das Polizeikrankenhaus im Hermesweg eingeliefert zu werden und von dort aus zu fliehen.

Doch die Gestapo hatte bereits den Transportschein nach Auschwitz unterschrieben. So kam Ruth, die als erste das Gift eingenommen hatte, nach wenigen Tagen wieder zurück in das Klapperfeld. Jenny aber gelang die Flucht mit Hilfe von Freunden aus dem Polizeikrankenhaus. Sie konnte kurz nach der Flucht erst einmal im Frankfurter Westend bei Freunden untertauchen. Ruth wurde etwas später auf Befehl aus Berlin aus dem Klapperfeld entlassen. Dieser Umstand lässt sich wahrscheinlich auf die Intervention des Berliner Bischofs Wienken zurückführen.

Mit Hilfe des Ehemann und Vaters gelang Beiden 1944 die Flucht aus Frankfurt. Mutter und Tochter versteckten sich bei einer hilfsbereiten Familie im Spessart. Bevor die Flucht von dort aus nach Wiesbaden weiterging, wo sie erneut bei Fluchthelfern unterkamen, ersannen die Eheleute Iller den Plan, einen Selbstmord von Jenny vorzutäuschen. Dazu verstreute der Ehemann Kleider seiner Frau am Main.

Ruth klaute bei einem weiteren Gestapo-Verhör das Fahndungsfoto ihrer Mutter, damit niemand mehr wusste, wie die Gesuchte ausgesehen hat. Von Wiesbaden ging die Flucht wieder zurück in den Spessart, wo beide im Mai 1945 die Befreiung durch die Amerikaner erlebten.

Programm als PDF: download

Hanau: Gemeinsam gegen rechten Terror und Rassismus

Samstag, 22. Februar, 14 Uhr

Bundesweite Demonstration in der Hanauer Innenstadt. Treffpunkt und Auftakt: Freiheitsplatz, Nahe Westbahbhof.

In der Nacht zum Donnerstag wurden zehn Menschen in Hanau getötet. Viele weitere wurden schwer verletzt. Wir trauern mit den Familien und Freund*innen um die Opfer dieser rassistischen Morde.

Wir sind wütend, dass so etwas in unserer Stadt passieren konnte. Wir sind wütend über die rechte Stimmungsmache, die solche Taten möglich macht. Wir kämpfen weiter um gleiche soziale Rechte für Alle, gegen jede rassistische Hetze und Ausgrenzung und Abschiebungen.

Die Gesellschaft der Vielen stellt sich dem Rassismus auf der Straße wie auch in den Ämtern entgegen. Die Öffentlichkeit schaut jetzt auf Hanau. Es ist Zeit für Migrantifa.

Wer nicht nach Hanau kommen kann, ist zu gleichzeitigen dezentralen Protesten aufgerufen.

Die Initaitive zur Demonstration kommt von Betroffenen aus Hanau, dem lokalen Bündnis »Solidarität statt Spaltung«, dem Internationalen Kulturzentrum Hanau e.V. – DIDF, Netzwerk We’ll Come United, Tribunal ›NSU-Komplex auflösen‹ und wird von weiteren Initiativen und Bündnissen unterstützt.

Quelle: https://www.facebook.com/events/557536291639934/

Februar 2020

Sa. 01.02.2020

Translation work in progress

15.00 bis 18.00 Uhr: Seit Anfang 2015 kann die Dauerausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im ­Klapperfeld 1955–2002« in zweiten Stock des Klapperfelds ­besucht werden. Der Prozess der Übersetzung und ­Recherche zu den Inschriften geht aber weiter. An jedem ersten Samstag im Monat arbeitet die Übersetzungsgruppe an den ­Übersetzungen und Besucher*innen sind herzlich ­eingeladen, sich daran zu beteiligen. Weitere Infos und Kontakt zur Übersetzungsgruppe: zweiterstock.klapperfeld.de

Öffentliche Führung

17.00 bis 18.00 Uhr: Öffentliche Führung zum Klapperfeld und seiner Geschichte als Polizei- und Abschiebegefängnis an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – einfach vorbeikommen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Konzert: La Hess, Zerbirst, 1st Class Collapse & Top Secret

20.00 Uhr (Einlass) / 21.00 Uhr (Beginn): La Hess (lahess.bandcamp.com), Zerbirst (zerbirst.bandcamp.com), 1st Class Collapse (1stclasscollapse.bandcamp.com) & Top Secret (topsecretlyon.bandcamp.com). Von HC-Punk zu Grind über Deathmetal ist alles dabei. Kommt vorbei, lasst ne gute Zeit zusammen haben. But as usual: assholes aren’t welcome!

Mo. 03.02.2020

Infoveranstaltung: Für ein Ende der Gewalt! Keine Sicherheit diesen Verhältnissen!

19.30 Uhr: Am 14. Februar findet in München anlässlich der diesjährigen Sicherheitskonferenz eine sicherheitskritische, antikapitalistische Demonstration statt. Die Vortragenden informieren über Geschichte und Gegenwart der Sicherheitskonferenz und stellen ihre Analyse zur Diskussion. Dort ist ein Austausch zur Anreise nach München möglich, aber auch für alle, die es dieses Mal nicht nach München schaffen, sich jedoch über die Sicherheitskonferenz informieren und diskutieren möchten, ist die Veranstaltung gedacht. Weitere Infos: keinesicherheit.blackblogs.org

Di. 04.02.2020

»Faites votre jeu!«-Barabend

21.00 Uhr: Wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken in nettem Ambiente.

Do. 06.02.2020

Soli-Barabend: Party Against Repression

Ab 19.00 Uhr: International Solidarity for Anti-Facists facing Repression. Come over, have a drink, help us help. So easy! So fun!

60 Jahre »antisemitische Schmierwelle« – nicht nur ein Jahrestag

19.30 Uhr: Zum Jahresbeginn 1960 rollte, ausgehend von der Schändung der Kölner Synagoge, eine Welle antisemitischer Manifestationen durch die Bundesrepublik – ein Ereignis, in dessen Folge sich grundlegende Konflikte um den Umgang mit Antisemitismus herauskristallisierten, die bis heute Spuren hinterlassen haben. Kontakt: goy[ät]niatu[punkt]net
Weitere Infos zur Veranstaltung »60 Jahre »antisemitische Schmierwelle« – nicht nur ein Jahrestag«

Fr. 07.02.2020

Offene Werkstätten im DRCKKMPLX

Ab 17.30 Uhr: Dingdingding! Jeden ersten Freitag im Monat öffnet der DRCKKMPLX die Werkstätten im Klapperfeld-Keller. Ihr könnt euch in der Hochdruckwerkstatt im Linolschnitt- und druck üben, in der Siebdruckwerkstatt nebenan könnt ihr mitgebrachte Textilien mit vorhandenen Motiven bedrucken (lassen). Alles gegen Spende.

Fr. 14.02.2020

RollerGrrlGang-Barabend: Galentinesday

21.00 Uhr bis 2.00 Uhr: Es ist der 14. Februar und wer könnte uns an diesem Tag vor dem ersticken an Kotze retten, wenn nicht die RollerGrrlGang? Unter dem Motto Galentinesday beim feministischen Barabend laden wir ein und wollen uns (und unsere neuen Trikots) in Pink und Rosa abfeiern. Euch erwartet also cheesy Auflegerei von den Grrrls selbst, Liebesbotschaften für eure Flames, aber ganz bestimmt keine Mackers und heteronormatives Rumgeturtel.

Do. 20.02.2020

Die Rheinmetall-Hauptversammlung stören!

19.00 Uhr: Am 5. Mai 2020 treffen sich die Aktionäre des größten deutschen Rüstungskonzerns in Berlin. Wir planen ihre Versammlung nachhaltig zu stören. Mit Waffen von Rheinmetall führen Länder wie die Türkei in Rojava oder Saudi-Arabien im Jemen ihre blutigen Kriege. Gegen die mörderischen Geschäfte des größten deutschen Rüstungskonzerns wollen wir aktiv werden. Auf der Veranstaltung erläutern wir, warum wir Waffenexporte und Rheinmetall in den Fokus unserer praktischen Kritik stellen, welche längerfristigen Perspektiven wir damit verbinden und welche konkreten Pläne wir bislang für den Tag der Aktionärsversammlung am 5. Mai haben. Mehr Infos unter: rheinmetall-hauptversammlung.org / rheinmetallentwaffnen.noblogs.org Veranstaltende: iL Frankfurt (radikallinks.org)

Fr. 21.01.2020

Soli-Party: ΑΛΛΗΛΕΓΓΥΗ ΣΤΗΣ ΚΑΤΑΛΗΨΕΙΣ – Solidarität mit den besetzten Häusern

23.00 Uhr: Soli-Party gegen Repression in Griechenland. Oben Trash, Unten Techno.

So. 23.02.2020

Cobblestone Beach

Ab 20.00 Uhr: Es ist wieder soweit! Das Institut de Destabilisation lädt ein zum Cobblestone Beach. Bringt eure Instrumente, Resonanzkörper und Freund*innen mit zu einem gemeinsamen akustischen Wellenbad im Keller des Klapperfelds. Eine offene Jam Session elektronisch-analoger Art ohne jegliche Ansprüche an Harmonielehre und Notenkunde. Wir freuen uns auf euch und gemeinsame Dissonanzen! »What moves as a sound, becomes an amorphous wave, sometimes.«

Do. 27.02.2020

La santé en lutte – Bericht und Diskussion über Klassenkämpfe in Brüsseler Krankenhäusern

19.30 Uhr: In Belgien, wie in ganz Europa, stehen die Krankenhäuser unter dem Druck der kapitalistischen Rationalisierung und des Sparens. Doch in den belgischen Krankenhäusern regt sich in den letzten Monaten Widerstand. In einzelnen Krankenhäusern organisieren sich Pflegekräfte und andere Angestellte und kommen übergreifend in Organisationen wie der Brüsseler Plattform »La santé en lutte« (»Die Gesundheit im Kampf«) zusammen. An diesem Abend wird Stan, der als Krankenpfleger in einem Brüsseler Krankenhaus arbeitet, von den Versuchen der Basisorganisierung berichten. Veranstaltung auf Französisch mit Konsekutivübersetzung ins Deutsche. Veranstaltende: Antifa Kritik & Klassenkampf (akkffm.blogsport.de)

Fr. 28.02.2020

Soli-Barabend: Roter Stern Fußball AG

21.00 bis 2.00 Uhr: Kommt vorbei und supported den sympathischen diskriminierungsfreien Verein von nebenan! Damit wir auch in diesem Jahr einen für alle offenen, sicheren Raum zum Kicken anbieten können, versorgen wir Euch für einen Abend mal wieder gerne mit feinster Musik und kühlen Getränken. Wie immer sportlich, kritisch, stabil! Weitere Infos: www.roterstern-ffm.de/category/ag-fussball/

Wer ist eigentlich…?
… Lore Wolf!

Lore wurde im Jahr 1900 in Unterfranken geboren und zog im Alter von sechs Jahren nach Frankfurt. Noch während des 1. Weltkriegs arbeitete sie als Jugendliche in einer Munitionsfabrik, organisierte sich zunächst in Gewerkschaften und später in der Naturfreundejugend und in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ). Mit ihrem Mann Hans Wolf und ihrer Tochter wanderte sie 1929 erst in die USA aus, drei Jahre später kamen sie nach Nishni-Nowgorod in der Sowjetunion. Bei einem Urlaub 1933 nach Deutschland wurde Lore die Rückreise von den Nationalsozialistinnen verwehrt.

Lore Wolf engagierte sich anschließend in Frankfurt illegalerweise in der KPD und der Roten Hilfe Deutschland (RHD). Sie holte unter anderem Matrizen für antifaschistische Zeitungen und Flugblätter in einer Leihbücherei im Frankfurter Bahnhofsviertel ab und übergab diese an Genossinnen, ehe die Gruppe 1934 aufflog. Lore floh über das Saarland, Lothringen und die Schweiz nach Paris. Nach einigen Jahren im Untergrund wurde sie dort im August 1940 von der Gestapo verhaftet und zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Ziel der Verhaftung war es auch das Versteck der Schriftstellerin und ihrer Freundin Anna Seghers zu erpressen. Lore schwieg – trotz Isolation und Folter. Über ihre Zeit im Gefängnis Moabit, wo sie die Widerstandskämpferin Johanna Kirchner wieder trifft, schreibt sie:

»Als ich Johanna behutsam am Arm führe und sie manchmal den Kopf seitwärts neigt und mich anlächelt, froh, einen Menschen gefunden zu haben, der von ihr weiß, ahnen wir beide nicht, daß sie ein Jahr später nicht mehr am Leben sein würde. Jetzt, in diesem Sommer, hatte der Prozeß noch nicht stattgefunden. Sie war noch nicht verurteilt. Sie hoffte noch. […] Jeden Tag sah ich sie nun eine kurze Stunde, wir turnen im Innenhof des Gefängnisses zusammen, ich gehe neben ihr, wenn wir den vorgeschriebenen Kreis ablaufen. Wir halten die Köpfe hoch, legen sie manchmal in den Nacken, um soviel wie möglich Luft einzuatmen und die Lungen damit zu versorgen. Gesund zu bleiben ist unsere wichtigste Aufgabe. Immer mehr Frauen werden eingeliefert. Moabit füllt sich.« (Aus: Arbeiterjugendbewegung in Frankfurt 1904 –1945, S. 93 f.)

Lore wurde 1945 aus dem KZ Fuhlsbüttel befreit und war bis zu ihrem Tod am 4. August 1996 in antifaschistischen Initiativen und Gruppen aktiv.

Programm als PDF: download

Januar 2020

Fr. 03.01.2020

Offene Werkstätten im DRCKKMPLX

Ab 17.30 Uhr: Dingdingding! Jeden ersten Freitag im Monat öffnet der DRCKKMPLX die Werkstätten im Klapperfeld-Keller. Ihr könnt euch in der Hochdruckwerkstatt im Linolschnitt- und druck üben, in der Siebdruckwerkstatt nebenan könnt ihr mitgebrachte Textilien mit vorhandenen Motiven bedrucken (lassen). Alles gegen Spende.

Di. 07.01.2020

»Faites votre jeu!«-­Barabend

21.00 Uhr: Wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken in nettem Ambiente.

Fr. 17.01.2020

Soli-Barabend der FAU-Frankfurt

Ab 20.00 Uhr: Wir lassen uns von Repression und Verfahrenskosten nicht einschüchtern und laden ein zu Bier, Cocktails und guter Musik! Kommt vorbei, trinkt und feiert mit uns und bringt eure Freund*innen mit! Online: frankfurt.fau.org

Fr. 24.01.2020

Konzert: »Fridays For No Future 1«

19.00 Uhr (doors): Die erste Negative Mental Attitude (NMA) Show und schon rappelts. Es laden zum Tanz: Sniffing Glue (sniffingglue.de), muss man wahrscheinlich den wenigsten noch vorstellen. Ratzfatz schneller, drückender Oldschool Hardcore ohne Quatsch. Wie 5 Henry Rollins, aber ohne seine nervige Attitüde und den Machoscheiß. Liver Values, produzieren in irgendeinem Dungeon in Bruchsal gruselig noisigen Raw Punk vor dem sogar wir ein bisschen Angst haben. Scheppert wie Hölle und ist über nice. Vegas Mom vermöbelt euch nach dem Konzert mit einem mütterlich-strengen Techno-Ohrfeigengewitter. Also zieht die bequemen Schuhe an und esst euren Brokkoli, es wird fix! Weitere Infos auf Facebook oder Instagram @negativexmentalxattitude. Wir sind Negative Mental Attitude. Wir veranstalten hier jetzt Punkkonzerte. Kein Emo, kein Goregrind, kein Indiepop. Einfach Hardcorepunk halt. Kommt und habt Spaß.

Sa. 01.02.2020

Konzert: La Hess, ­Zerbirst, 1st Class ­Collapse & Top Secret

20.00 Uhr (Einlass) / 21.00 Uhr (Beginn): La Hess (lahess.bandcamp.com), Zerbirst (zerbirst.bandcamp.com), 1st Class Collapse (1stclasscollapse.bandcamp.com) & Top Secret (topsecretlyon.bandcamp.com). Von HC-Punk zu Grind über Deathmetal ist alles dabei. Kommt vorbei, lasst ne gute Zeit zusammen haben. But as usual: assholes aren’t welcome!

Do. 06.02.2020

60 Jahre »antisemitische Schmierwelle« – nicht nur ein Jahrestag

19.30 Uhr: Zum Jahresbeginn 1960 rollte, ausgehend von der Schändung der Kölner Synagoge, eine Welle antisemitischer Manifestationen durch die Bundesrepublik – ein Ereignis, in dessen Folge sich grundlegende Konflikte um den Umgang mit Antisemitismus herauskristallisierten, die bis heute Spuren hinterlassen haben. Weitere Infos unten.

Info

Ausstellungen zum Jahreswechsel geschlossen

Am Samstag, den 28. Dezember 2019 und am Samstag, den 4. Januar 2020 bleiben die Dauerausstellungen im Klapperfeld ausnahmsweise geschlossen. Am Samstag, den 11. Januar 2020, sind sie wieder regulär von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Worum geht es bei der Veranstaltung…
… 60 Jahre »antisemitische Schmierwelle«

Am Weihnachtsabend 1959 pinselten zwei junge Männer die Worte »Deutsche fordern Juden raus« an die Tür der Synagoge in Köln. Diese war wenige Monate zuvor in Anwesenheit von Bundeskanzler Adenauer eingeweiht worden, um auszudrücken, dass Deutsche dergleichen nicht mehr fordern.

Die offizielle Absage an den Antisemitismus, ein allenfalls formelles Schuldbekenntnis bei voller Integration nazistischer Funktionsträger in die Republik hatte eine erhebliche Spannung zwischen der Oberfläche (Anerkennung jüdischen Lebens in Deutschland) und dem, was darunter lag, erzeugt. Die sofort einsetzende öffentliche Empörung über die Kölner Tat konterkarierend, rollte Anfang 1960 eine Welle von antisemitischen Manifestationen über Stadt und Land. Sie ist bis heute als »antisemitische Schmierwelle« bekannt. Die Bezeichnung korrespondiert mit der Lesart, es habe sich um Taten »ungezogener Lümmel« gehandelt, die die Wände vollschmierten.

Die »Welle« diente zur Einübung bis heute erkennbarer Umgangsweisen: Antisemitische Manifestationen wurden zurückgedrängt – die zwei Männer wurden rasch und verhältnismäßig hart bestraft –, Antisemitismus aber zugleich zum Randphänomen erklärt. Verantwortlich gemacht wurden wahlweise »Halbstarke« oder kommunistische Provokateure. So mussten das antisemitische Wollen und die Genese antisemitischer Einstellungen nicht thematisiert werden.

Die Dynamik der »antisemitischen Schmierwelle« 1959/60, ihre Erscheinungsformen im Großraum Frankfurt, die dominanten gesellschaftlichen Deutungsmuster, die sozialwissenschaftliche Untersuchung durch das Frankfurter Instituts für Sozialforschung (IfS) und die daran anschließende linke Theoriebildung werden wir in dieser Veranstaltung thematisieren und mit dem Publikum diskutieren.

Die Veranstaltung findet am 6. Februar, um 19.30 Uhr im Klapperfeld statt.

Kontakt: goy[ät]niatu[punkt]net

Programm als PDF: download

Dezember 2019

Fr. 29.11.2019

Soli-Barabend: 10 Jahre noborderffm

20.00 Uhr: noborderffm wird 10. Yeah. Yeah. Yeah. noboderffm ist getting 10. Kommt vorbei und feiert mit uns: Es gibt Essen, Getränke, Jubiläums-Broschüre und coole DJanes. Come around and celebrate with us with food, drinks, anniversary booklet and cool DJanes.

Di. 03.12.2019

»Faites votre jeu!«-Barabend

21.00 Uhr: Wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken in nettem Ambiente.

Fr. 06.12.2019

Offene Werkstätten im DRCKKMPLX

Ab 17.30 Uhr: Dingdingding! Jeden ersten Freitag im Monat öffnet der DRCKKMPLX die Werkstätten im Klapperfeld-Keller. Ihr könnt euch in der Hochdruckwerkstatt im Linolschnitt- und druck üben, in der Siebdruckwerkstatt nebenan könnt ihr mitgebrachte Textilien mit vorhandenen Motiven bedrucken (lassen). Alles gegen Spende.

Konzert: Hangry + Infant Sanchos

20.00 Uhr: Hangry (hangry.bandcamp.com, Feminist Punk, Dresden) machen feministischen Punkrock, auf Deutsch, Englisch und Französisch. Über Lust und Frust durch die bestehenden Verhältnisse, aber immer mit einer guten Portion Humor, wettern sie über heterosexistische Realitäten, Nazis und sonstige Arschgeigen, mit dem Anspruch auf dringende Veränderung! Die Diversität die sie in ihren Texten fordern, schlägt sich auch in ihrer Musik nieder. Pure Punk. Not Straight.
Infant Sanchos (infantsanchos.bandcamp.com, Wave/Hardcore, Berlin) sind ein Duo aus Berlin und machen wavigen Punk. Dabei schmettern sie den Leuten klare Texte entgegen, welche erst durch die harten Synthesizer Töne ihren gebürtigen Nachdruck erlangen. Definitiv gut tanzbar!

Sa. 07.12.2019

Translation work in progress

15.00 bis 18.00 Uhr: Seit Anfang 2015 kann die Dauerausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im ­Klapperfeld 1955–2002« in zweiten Stock des Klapperfelds ­besucht werden. Der Prozess der Übersetzung und ­Recherche zu den Inschriften geht aber weiter. An jedem ersten Samstag im Monat arbeitet die Übersetzungsgruppe an den ­Übersetzungen und Besucher*innen sind herzlich ­eingeladen, sich daran zu beteiligen.
Weitere Infos und Kontakt zur Übersetzungsgruppe: zweiterstock.klapperfeld.de

Öffentliche Führung

17.00 bis 18.00 Uhr: Öffentliche Führung zum Klapperfeld und seiner Geschichte als Polizei- und Abschiebegefängnis an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – einfach vorbeikommen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

So. 08.12.2019

Cobblestone Beach

16.00 Uhr: Es ist wieder soweit! Das Institut de déstabilisation lädt ein ins Klapperfeld für ein akustisches Wellenbad elektronisch-analoger Musik. Eine offene Jam-Session für jeden Geschmack und ohne Ansprüche an Notenkunde und Harmonielehre. Bringt eure Instrumente, Resonanzkörper und Freund*innen mit und besucht uns für gemeinsame (Dis)harmonien! What moves as a sound, becomes a amorphous wave sometimes.

Was macht eigentlich der…?
… (Ex-)Billardraum!

Wer bist du und was machst du?

Ich bin der ehemalige Billardraum im Klapperfeld. Zur Zeit habe ich aber eine kleine Identitätskrise: In mir kann kein Billard mehr gespielt werden. Seit Ende November wurde ich zu einem neuen Plenumsraum umgemodelt. In mir gibt es jetzt Tische, Stühle und eine Couch. Mittlerweile kann man mich sogar abschließen!

Hoffentlich wird bald ein passender Name für mich gefunden, ansonsten fragen sich alle, warum ich so heiße…

Was verbindest du mit dem Klapperfeld?

Neben meiner physischen Verankerung verbinde ich mit dem Klapperfeld die vielen tollen Menschen, die sich um mich kümmern, mich renovieren und mich aufräumen (manchmal werde ich sogar nass gewischt!).

Ansonsten bin ich so flexibel, wie die vielen anderen Räume im Klapperfeld: Egal ob Plenum oder Veranstaltung – mit mir kann man Pferde stehlen (symbolisch gesprochen; ich kann nämlich nicht reiten)!

Wie können Interessierte dich erreichen?

Da mir schnell langweilig wird, freue ich mich über jeden Besuch. Am Besten, ihr besucht mich einfach mal im Erdgeschoss – Ihr findet mich nach dem Eingang gleich rechts. Ich habe meinem Freund Veranstaltungsraum schon gesagt, dass ich auch eine Monatsaufgabe haben will. Deshalb könnt ihr auch auf das Großplenum kommen und euch die Monatsaufgabe »Billardraum aufräumen« schnappen (auch hier muss man noch am Namen arbeiten).

Programm als PDF: download

Angriff auf antifaschistische Strukturen – VVN-BdA bekommt Gemeinnützigkeit entzogen

Am 4. November hat das Berliner Finanzamt der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. die Gemeinnützigkeit entzogen. Fünfstellige Steuernachforderungen und drohende steuerliche Mehrbelastungen sind existenziell bedrohlich für den 1947 von Überlebenden der Konzentrationslager und Gefängnisse gegründeten Verein.

Die VVN-BdA ist die älteste Organisation von Antifaschist*innen in Deutschland, vertritt die Interessen von Verfolgten und Widerstandskämpfer*innen, sowie deren Nachkommen und hat mit der Errichtung von Gedenkstätten, Erinnerungsorten und Zeitzeugenarbeit – teils gegen große gesellschaftliche Widerstände – wesentlich dazu begetragen, an die Verbrechen während des Nationalsozialismus zu erinnern. Darüber hinaus klärt die VVN-BdA über alte und neue Nazis auf und beteiligt sich aktiv am Widerstand gegen Veranstaltungen von Neonazis.

Dass dem Berliner Finanzamt als Begründung für den Entzug der Gemeinnützigkeit die bloße Erwähnung im Bericht des Bayrischen Landesamtes für Verfassungsschutz genügt, ist ein Skandal.

Als Initiative »Faites votre jeu!« erklären wir uns solidarisch mit der VVN-BdA. Wir begreifen den Entzug der Gemeinnützigkeit als Angriff auf Antifaschistische Strukturen, der Nazis in die Hände spielt. Wir schließen uns der Forderung an, die Gemeinnützigkeit für die VVN-BdA anzuerkennen.

Antifaschismus ist immer gemeinnützig!


Eine Erklärung der VVN-BdA findet ihr hier: Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben! Schwerer Angriff auf die VVN-BdA

Wir sind umgezogen

Mit einer Eröffnungsparty besetzten wir, die Initiative »Faites votre jeu!«, vor 4.127 Tagen ein ehemaliges Jugendzentrum in der Varrentrappstraße 38 im Frankfurter Stadtteil Bockenheim, um der repressiven Umstrukturierung des städtischen Raums den Versuch eines selbstverwalteten, unkommerziellen Zentrums entgegenzustellen. In dieser Nacht veröffentlichten wir den ersten Beitrag auf dem zu diesem Zweck eingerichteten Blog faitesvotrejeu.blogsport.de.

Es folgten insgesamt weit über 700 Beiträge, Verhandlungen mit der Stadt um unseren Verbleib im dem von uns geschaffenen Zentrum, Demonstrationen, dutzende Solidaritätserklärungen, weitere Verhandlungen und nach 242 Tagen und nächtelangen Diskussionen der Umzug ins Klapperfeld. In der gesamten Zeit veröffentlichten wir über 60 Pressemitteilungen und offene Briefe. Weit über 200 Beiträge über uns und unsere Arbeit wurden in regionalen und überregionalen Medien veröffentlicht.

In unseren Räumen fanden vor und nach dem Umzug schier unzähligen Veranstaltungen statt – von Zeitzeug*innengesprächen, Vorträgen und Diskussions­veranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden, Konzerten und Partys. Zwei Dauerausstellungen zur Geschichte des Klapperfelds wurden erarbeitet und konnten allein im letzten Jahr über 1.500 Einzelbesucher*innen zählen – nicht eingerechnet sind die vielen Führungen mit Schulklassen, Seminaren von Studierenden und anderen Gruppen.

Unzählige Nutzer*innen erfreuen sich an den im Klapperfeld eingerichteten Proberäumen, Sporträumen, Ateliers, Fahrrad-, Holz- und Druckwerkstätten. Nicht zuletzt dienen die Räume verschiedensten Gruppen für ihre politische und kulturelle Arbeit.

Jetzt ist Zeit für Veränderung: Wir sind umgezogen!

Nach 11 Jahren, 3 Monaten und 18 Tagen verlassen wir blogsport.de (die leider nach über 13 Jahren als Blog-Anbieter für linke Initiativen, Gruppen und Projekte Ende des Jahres aufhören) und ziehen um zu unserer neuen Website:

faitesvotrejeu.org

In diesem Zuge ändert sich auch unsere E-Mail-Adresse. Zukünftig erreicht ihr uns unter:

gro.u1775391452ejert1775391452ovset1775391452iaf@o1775391452fni1775391452
(PGP-Key, Fingerprint: 8909 4885 6CE0 6B64 9CE4 15CD B128 192C 1BCD 20CE)

Das Klapperfeld werden wir selbstverständlich auch im kommenden Jahrzehnt nicht verlassen. Wir freuen uns auch weiterhin ein Stachel im Frankfurter Justizviertel sein. Und in Zeiten eines deutlichen Rechtsrucks in Deutschland und Europa werden wir erst recht ein Ort kritischer linksradikaler Auseinandersetzung bleiben.

Wir sind gekommen, um zu bleiben!

Wir gedenken der Opfer!

Foto: Henning Schlottmann / commons.wikimedia.org

Heute vor 8 Jahren enttarnte sich der NSU selbst.
Wir gedenken der Opfer:

Enver Şimşek
Abdurrahim Özüdoğru
Süleyman Taşköprü
Habil Kılıç
Mehmet Turgut
İsmail Yaşar
Theodoros Boulgarides
Mehmet Kubaşık
Halit Yozgat
Michèle Kiesewetter

#KeinSchlussstrich
#KeinVergessen

keinschlussstrichhessen.noblogs.org
hessen.nsu-watch.info

November 2019

Fr. 01.11.2019

Offene Werkstätten im DRCKKMPLX

Ab 17.30 Uhr: Dingdingding! Jeden ersten Freitag im Monat öffnet der DRCKKMPLX die Werkstätten im Klapperfeld-Keller. Ihr könnt euch in der Hochdruckwerkstatt im Linolschnitt- und druck üben, in der Siebdruckwerkstatt nebenan könnt ihr mitgebrachte Textilien mit vorhandenen Motiven bedrucken (lassen). Alles gegen Spende.

Sa. 02.11.2019

Translation work in progress

15.00 bis 18.00 Uhr: Seit Anfang 2015 kann die Dauerausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im ­Klapperfeld 1955–2002« in zweiten Stock des Klapperfelds ­besucht werden. Der Prozess der Übersetzung und ­Recherche zu den Inschriften geht aber weiter. An jedem ersten Samstag im Monat arbeitet die Übersetzungsgruppe an den ­Übersetzungen und Besucher*innen sind herzlich ­eingeladen, sich daran zu beteiligen.
Weitere Infos und Kontakt zur Übersetzungsgruppe: zweiterstock.klapperfeld.de

Konzert: Konzert Siegfried Kärcher und Freunde

21.00 bis 23.30 Uhr: Herzliche Einladung zu experimenteller elektronischer Musik, zu Grenzerfahrungen und Austausch mit Siegfried Kärcher (Force Inc.) und Freunde (www.4sk.de): »Man ist mit sich allein. Mit den anderen zusammen sind es die meisten auch ohne sich. Aus beidem muss man heraus« Veranstalter: Schmerz-AG

Di. 05.11.2019

»Faites votre jeu!«-Barabend

21.00 Uhr: Wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken in nettem Ambiente.

Fr. 08.11.2019

Konzert: Tanning Bats + Suck

21.00 Uhr: Tanning Bats (tanningbats.bandcamp.com) aus Berlin spielen abwechslungsreichen und unglaublich tighten Disco-Post-Punk, der sich an Funk, Surf, Psych, Noise und Garage-Rock bedient und alles zu einer tanzbaren explosiven Mischung vereint. Dabei sind Suck (suck.bandcamp.com), Garage-Synth-Fuzz-Punk aus Casselfornia.

So. 10.11.2019

Cobblestone Beach

16.00 Uhr: Es ist wieder soweit! Das Institut de Destabilisation lädt ein ins Klapperfeld für ein akustisches Wellenbad elektronisch-analoger Musik. Eine offene Jam-Session für jeden Geschmack und ohne Ansprüche an Notenkunde und Harmonielehre. Bringt eure Instrumente, Resonanzkörper und Freund*innen mit und besucht uns für gemeinsame (Dis)harmonien! What moves as a sound, becomes a amorphous wave sometimes.

Do. 14.11.2019

Konzert: Hector Savage, Portrëit + Ahkaris

20.00 Uhr: K-Gruppe Ffm presents our sweet düsterlovers: Hector Savage (hectorsavage.bandcamp.com), mit neuem album im Gepäck. Es sieht nicht gut aus, hört es sich gut an? Come in and find out! Mit dabei sind außerdem die wohlklingenden Portrëit (portreit.bandcamp.com) und die pittoresken Ahkaris (ahkaris.bandcamp.com).

So. 17.11.2019

Konzert: Leere + Bragolin

15.00 Uhr (Einlass) / 16.00 Uhr (live): Leere (Wave, Berlin, youngandcold.de/leere), Bragolin (Post-Punk, Wave, Utrecht, www.bragolin.nl)

Fr. 29.11.2019

Soli-Barabend: 10 Jahre noborderffm

20.00 Uhr: noborderffm wird 10. Yeah.Yeah.Yeah. noboderffm ist getting 10. Kommt vorbei und feiert mit uns: Es gibt Essen, Getränke, Jubliäums-Broschüre und coole DJanes. Come around and celebrate with us with food, drinks, anniversary booklet and cool DJanes.

Vorstellung: Städtefreundschaft Frankfurt-Kobane e.V.

Der Verein Städtefreundschaft Frankfurt-Kobane hat sich gegründet, um die Solidarität mit der Revolution in Rojava praktisch werden zu lassen. Wir leisten Öffentlichkeitsarbeit und unterstützen lokale Partner wie die Stiftung der freien Frau in Rojava (WJAR).

Das von uns mit aufgebaute Waisenhaus in Kobane musste nach Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der Türkei und ihrer djihadistischen Söldner in Nordostsyrien evakuiert werden, denn der Krieg richtet sich direkt gegen die Bevölkerung und ihre Selbstverwaltung. Er richtet sich gegen die Kurdinnen und ihre Verbündeten, die den IS niedergekämpft und dabei die größten Opfer gebracht haben: über 11.000 ihrer Kämpferinnen starben. Jetzt werden sie von den USA der Türkei und ihrer jihadistischen Söldner ausgeliefert.

Wir sind solidarisch mit der Selbstverwaltung von Nordostsyrien, weil sie Pluralismus, Demokratie, Geschlechtergerechtigkeit und Ökologie praktiziert und ein multiethnisches, multireligiöses Zusammenleben ermöglicht. Mit über 300.000 Geflüchteten ist bereits jetzt eine humanitäre Katastrophe eingetreten. Wir erleben Massenvertreibungen, ethnische Säuberungen, Kriegsverbrechen, einen weiteren Genozid. Der IS erstarkt, bereits jetzt konnten Hunderte IS-Gefangene aus nordsyrischen Gefängnissen ausbrechen. Die internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, die Besatzungspolitik der Türkei zu stoppen.

Von der Bundesregierung fordern wir: Einrichtung einer Flugverbotszone über Nordostsyrien – sofortiges und umfassendes Verbot von Rüstungslieferungen an die Türkei – Einstellung aller finanziellen Hilfen – Verhängung von Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei!

Kommt zur Veranstaltung am 1. November zum Internationalen Kobane-Tag, 19 Uhr, Saalbau Schönhof. Mehr Informationen hier: frankfurt-kobane.com

Weitere Infos: anfdeutsch.com und civaka-azad.org
 

Was macht eigentlich…? … TeamKaos1!

Wer seid ihr und was macht ihr?

Das Kunst- und Kurations-/Organisationskollektiv TeamKaos1 besteht aus mehreren kunstschaffenden Personen, die gemeinsam Ausstellungen, Lesungen und andere Veranstaltungen in den vergangenen zwei Jahren durchgeführt haben. Die letzte Ausstellung mit dem Titel »Die Faulheit, die Kunst und das Kollektiv«, hat Ende Oktober im Klapperfeld stattgefunden, hierbei hat sich TeamKaos1 andere Kollektive und sich selbst dazu eingeladen, das künstlerische Schaffen mit Faulheit zu konfrontieren, den Begriff und dessen Bewertung zu hinterfragen sowie ökonomische Faktoren der Kunst in den Blick zu nehmen. In der vergangenen Ausstellung haben fünf Kollektive gemeinsames das Tun und Nichtstun mit künstlerischen Mitteln ergründet- es war ein sehr interessanter Austausch und eine tolle Erfahrung.

Was verbindet ihr mit dem Klapperfeld?

Das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld als Ort der Vereinzelung, der erzwungenen Untätigkeit und zugleich Ort, an dem sich nun kollektive Prozesse abspielen, sich deren Energie freisetzt, stellt für uns einen interessanten Raum für Ausstellungen dar. Als Künstler*innen und kuratierende Gruppe kennen wir den Struggle um finanzielle Mittel, die Suche nach einer passenden Plattform und aktiver Auseinandersetzung mit Herausforderungen und Interessenskonflikten. Alleine dadurch fühlen wir uns dem Klapperfeld, welches immer wieder unter Beschuss konservativer und rechter Parteien steht, persönlich und politisch verbunden.

Mit unserer bereits dritten Kunstausstellung im Klapperfeld zeigen wir, dass dieses ein wichtiger Ort für selbstverwaltete Kulturarbeit ist und zugleich ein Mangel an solchen Räumen in der Stadt vorherrscht.

Wie können Interessierte euch erreichen?

Meldet Euch gerne per E-Mail (TeamKaos1[ät]posteo[punkt]de) oder Insta (TeamKaos.1).

Programm als PDF: download

Oktober 2019

Di. 01.10.2019

»Faites votre jeu!«-Barabend

21.00 Uhr: Wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken in nettem Ambiente.

Do. 03.10.2019

Konzert: Los Pepes, Is ­Dodelijk + Bar Dagger

16.00 Uhr: Wir haben keinen Bock auf Tag der Einheit, deswegen haben wir uns für euch ein feines gegenkulturelles Musikprogramm am Nachmittag ausgedacht. Pack eure Luftgitarre aus: Los Pepes (lospepes.bandcamp.com) aus UK spielen rock and roll, power pop or punk rock or whatever und lassen eure Tanzbeine schwingen. Der Hardcore-Finger kommt bei Is Dodelijk (isdodelijk.bandcamp.com) zum Einsatz. Sie machen feinen Hardcore/Punk mit politischer Attitüde. Holprigen Punkrock zum Pogen gibt es von Bar Dagger (bardagger.bandcamp.com). Das Konzert ist rauchfrei (heißt Rauchen nur im Hof).

Offene Werkstätten im DRCKKMPLX

Ab 17.30 Uhr: Dingdingding! Jeden ersten Freitag im Monat öffnet der DRCKKMPLX die Werkstätten im Klapperfeld-Keller. Ihr könnt euch in der Hochdruckwerkstatt im Linolschnitt- und druck üben, in der Siebdruckwerkstatt nebenan könnt ihr mitgebrachte Textilien mit vorhandenen Motiven bedrucken (lassen). Alles gegen Spende.

Sa. 05.10.2019

Gastausstellung »Break the Isolation«: Portraits von Abschiebegefangenen

15.00 bis 18.00 Uhr: Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, einen Blick hinter die Mauern des 2018 eröffneten Abschiebegefängnisses in Darmstadt-Eberstadt zu werfen, die Geschichten von jenen kennenzulernen, die dort eingesperrt sind beziehungsweise waren und die Anonymität der Abschiebepolitik zu durchbrechen. Die Ausstellung wurde von Community for All Darmstadt (commforall.blogsport.de) im Rahmen der Kampagne »100 Jahre (gegen) Abschiebehaft« (100-jahre-abschiebehaft.de) zusammengestellt. Parallel sind die Dauerausstellungen des Klapperfelds geöffnet.

So. 06.10.2019

Konzert: Implore, Gæs + Purulent Cerumen

20.00 Uhr: Implore (implore.bandcamp.com, Grind/Death Metal/Crust), Gæs (Noisegrind), Purulent Cerumen (purulentcerumen.bandcamp.com, Mincecore)

Di. 15.10.2019

Konzert: MxAxMxA, Satan + Purulent Cerumen

20.00 Uhr (Einlass) / 21.00 Uhr (Geballer): MxAxMxA (mxaxmxa.bandcamp.com, Grind Core from Moscow), Satan (satan.bandcamp.com, Crust from Grenoble) & Purulent Cerumen (purulentcerumen.bandcamp.com, Mincegore Of/KR)

Mi. 16.10.2019

Buchvorstellung: Klimakämpfe: »Wir sind die fucking Zukunft«

20.00 Uhr: Was unterscheidet die Besetzerinnen im »Hambacher Forst« von den Aktivistinnen von »Ende Gelände«? Was hat es mit »Zucker im Tank« auf sich? Wo sind die »Fridays-for-Future«-Proteste zu verorten und welche Rolle spielen die »Klimacamps«? Hanna Poddig, die sich selbst als eine mit dem System unversöhnliche Anarchistin bezeichnet, führt ein in die unterschiedlichen Themenfelder der Klimabewegung. Nach einem kurzen historischen Rückblick etwa auf die Startbahnbewegung widmet sie sich der genaueren Analyse aktueller Themen, Aktionsformen und Strategien des Widerstands. Veranstalter*innen: Café 2Grad (2grad.blogsport.de) im Rahmen der GegenBuchMasse (gegenbuchmasse.de)

Fr. 18.10.2019

Buchvorstellung: Valentin

19.30 Uhr: Basierend auf den Film- und Fotoaufnahmen von Johann Seubert, der für die Nationalsozialisten den Bau des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen Farge dokumentierte, und den Tagebuchaufzeichnungen von Raymond Portefaix, der als Jugendlicher aus dem französischen Dorf Murat nach Bremen Nord verschleppt wurde und als KZ-Häftling auf der Bunker-Baustelle landete, erzählt Jens Genehr in seinem Comic »Valentin« von diesem riesigen Rüstungsprojekt, bei dessen Umsetzung mehr als 1000 Zwangsarbeiter*innen aus ganz Europa starben. Im Rahmen der GegenBuchMasse (gegenbuchmasse.de)

Fr. 18.10.2019

Soli-Party: Runter von der Matte

Oben ab 22.00 Uhr: Cocktailbar / Kalli Weak (Italo / Pop / Dance) Unten ab 23.00 Uhr: GGVYBE – a group of woman hailing from the Frankfurt area. With a love for sharing our power and selecta’s choice: Trap / Hip Hop Classics / RNP / Baile Funk / Future Beats / Bootleg. Line up: Nikki on fleek, Febi, Johanna, Leebrraa & Jaraya (Insta: ggvybe). Wir feiern mit und für »Runter von der Matte – kein Handshake mit Nazis« (runtervondermatte.noblogs.org). Hosted by Initiative Erwin Volkmar.

Sa. 19.10.2019

Konzert: Absturtz, Aflame + Ska-Allüren

20.00 Uhr: Absturtz (absturtz.bandcamp.com), Aflame (aflame.bandcamp.com) und Ska-Allüren (ska-allueren.de) – Punkrock Show von Deutsch Punk über HC/Skate-Punk bis Skapunk alles vertreten.

So. 20.10.2019

Konzert: The Baby Seals

16.00 Uhr: Sonntage im Herbst sind grau, regnerisch und öde. Die wunderbaren The Baby Seals (thebabyseals.bandcamp.com) bringen an diesem Sonntag Leben in die Bude. Mit Pop Punk und eingängigen, ohrwurmverdaächtigen Melodien thematisieren sie Body Positivity. Eine weitere Band wird bald noch bekannt gegeben. Das Konzert ist rauchfrei (Rauchen im Hof).

Fr. 25.10. bis So. 27.10.2019

Faulheit und Kollektiv

Vom 25. bis 27. Oktober veranstaltet das Team Kaos 1 eine Ausstellung, Barabend und Lesung zum Thema Faulheit. Mehrere Kollektive werden Arbeiten zeigen und versuchen dabei faul zu bleiben. 25.10., 19.00 Uhr: Ausstellungseröffnung und Barabend. 26.10. & 27.10, 15.00 bis 18.00 Uhr: Ausstellung geöffnet. 27.10, 19.00 Uhr: Lesung.

Sa. 26.10.2019

Konzert: MatraK AttaKK

20.00 Uhr (Einlass) / 21.00 Uhr (Geballer): Der Oktober endet dreckig. Und mit Fritten. Es spielen crustiger Anarchogrind namens MatraK AttaKK (matrakattakkcrust.bandcamp.com) und Organes-frits man (organes-frits-man.bandcamp.com), ein ein Personen Crust/Grindcore Solo Projekt. Mensch munkelt, es werden dabei sogar Fritten auf der Bühne gemacht. Und wer liebt nicht Fritten mit Grindsauce. Du kannst dir das so gar nicht vorstellen? Wir auch nicht! Deshalb konnten wir nicht widerstehen uns diese Chaoscrews nach Frankfurt zu holen.

Sa. 02.11.2019

Konzert: Konzert Siegfried Kärcher und Freunde

21.00 bis 23.30 Uhr: Herzliche Einladung zu experimenteller elektronischer Musik, zu Grenzerfahrungen und Austausch mit Siegfried Kärcher (Force Inc.) und Freunde (www.4sk.de): »Man ist mit sich allein. Mit den anderen zusammen sind es die meisten auch ohne sich. Aus beidem muss man heraus« Veranstalter: Schmerz-AG
 
 

Was macht eigentlich…?
… Community for all!

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind Teil des Bündnisses »Community for all«, das sich im Herbst 2017 gegründet hat, um gegen das hessische Abschiebegefängnis in Darmstadt und die dahinterliegende Politik zu protestieren.

Das Abschiebegefängnis ist Teil einer menschenverachtenden Politik, die Menschen auf Grund ihrer Herkunft das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben nimmt, sie isoliert und diskriminiert. Dieser Politik setzen wir eine solidarische Perspektive entgegen. Wir organisieren widerständige Strukturen, intervenieren in den öffentlichen Diskurs durch Aktionen und Demonstrationen und solidarisieren und mit den Inhaftierten im Abschiebegefängnis durch Haftbesuche.

Was verbindet ihr mit dem Klapperfeld?

Auch das Klapperfeld war einmal ein Abschiebegefängnis.

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne »100 Jahre Abschiebehaft in Deutschland – 100 Jahre unschuldig in Haft« haben wir zusammengearbeitet und uns gemeinsam für die Schließung aller Abschiebegefängnisse in Deutschland eingesetzt.

Wie das Klapperfeld setzten auch wir uns für Solidarität mit Benachteiligten, Selbstbestimmtheit und gegen Diskriminierung ein.

Wie können Interessierte euch erreichen?

Meldet Euch gerne per E-Mail (keinabschiebeknast[ät]riseup[punkt]net), über Facebook: www.fb.com/commforall oder auf unserer Webseite: commforall.blogsport.de

Menschen, die im Abschiebegefängnis inhaftiert wurden können sich an folgende Adresse wenden: Support PiA (­Hilfe für Personen in Abschiebehaft Darmstadt). E-Mail: pia-hessendarmstadt[ät]riseup[punkt]net / Telefon: 0163 1782981
 
 

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